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Fernstudierende im Lesesaal?!
„Die Rolle der Bibliotheken für Fernstudien“ - beleuchtet in der Ringvorlesung am IB

von Matti Stöhr

Durch die fünfte Veranstaltung der Ringvorlesung „Die Zukunft der Bibliotheken“ im Rahmen des Berliner Bibliothekswissenschaftlichen Kolloquiums (BBK) führte am 15.06.04 PD. Dr. Dr. Wolfgang Jänsch. Er stellte in seinem Vortrag „Die Rolle der Bibliotheken für Fernstudien“ dar, wie im Fernstudium die optimale Informationsversorgung in Anlehnung an den Bedürfnissen eines Studenten erfolgt bzw. erfolgen soll. Der Einsatz einer neu installierten, modernen Multimediatafel in der Saur-Bibliothek veranschaulichte den Vortrag - alle Anwesenden werden sich mit einem Schmunzeln an den frei gezeichneten fiktiven Fernstudenten „Alfons“ erinnern, der als (oranges) Maskottchen quasi die Vorlesung begleitete.


Alfons - der fiktive Musterfernstudent

Vier zentrale Komplexe waren im Vortrag auszumachen:

1) Die Informationsversorgung vor dem Studium bzw. zur Wahl des Studienfaches.
2) Die Beschaffung von Informationen, die Lehr- und Lernmethodik während des Studiums
3) Die virtuelle Prüfungsvorbereitung und –durchführung zum Abschluss des Studiums
4) Die Vorstellung des Content Managment Systems der Webseite des Fernstudienbereiches am Institut für Bibliothekswissenschaft


PD Dr. Dr. Jänsch und Alfons

PD Dr. Dr. Jänsch verglich im Bezug auf den sich wandelnden Informationsbedarf im Laufe des Studiums, die Webangebote verschiedener Fachhochschulen und Universitäten, die Fernstudien anbieten. Das Formulieren von Zielen und Wünschen zur Verbesserung und qualitativer Standardisierung der Angebote ergänzten die Vergleiche.

Bei der Bereitstellung von Informationen für Studieninteressierte im Vorfeld eines Studiums, soll laut PD Dr. Dr. Jänsch beispielsweise besonders auf die Angabe von methodisch-didaktischen Zielstellungen geachtet werden. Außerdem ist die Eröffnung der Möglichkeit von Schnupperstudien bei Fächern mit langen Regelstudien sinnvoll.

PD Dr. Dr. Jänsch stellte im zweiten Komplex viele Facetten der Beschaffung von Informationen, die Lehr- und Lernmethodik während des Studiums vor: Das Fernstudium ist dadurch gekennzeichnet, dass die Vermittlung von Lerninhalten in großem Umfang elektronisch/digital gestützt ist. Die Lehr- und Lernveranstaltungen, Tagungen und Vorträge werden über Streams zeit- und raumversetzt durchgeführt. Lehr- und Lernmodule und Lernmodelle werden weltweit genutzt und ausgetauscht. Videokonferenzen, Diskussionsforen und Chats bilden die Kommunikationsgrundlage. Virtuelle Fachbibliotheken, Virtuelle Kataloge sowie Medienportale gewinnen an Akzeptanz.

Welche Rolle spielen also die (traditionellen) Bibliotheken für Fernstudien?
Im Vortrag wurde es deutlich, dass diese - auch formal - eher gering ist. Die Vorstellung und kritische Betrachtung des vielseitigen Einsatzes von modernen Kommunikationstechniken und -plattformen für Fernstudien dominierte die Ausführungen von PD Dr. Dr. Jänsch .
Er gab zu, dass die klassische Bibliotheksbenutzung in Fernstudien gefördert werden muss. Hierbei sind für ihn folgende Vorteile der (wissenschaftlichen) Bibliotheken sowie der Arbeit der Bibliothekare zu berücksichtigen:

• Die Bibliotheken enthalten Quellen aller Art
• Bibliothekare sind Experten für forschungsbezogene Recherche und Quellenbeschaffung

Nicht zuletzt dienen die „realen“ Bibliotheken häufig als Zugang zur virtuellen Welt.

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