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Den letzten Vortrag im WS 2003/04 gab es am 18. Februar 2004 , 18:00 Uhr:

Peter Lorenz : Die Comicbibliothek "Renate"

Eine kurze Bilanz von Boris Jacob:

Diesen Mittwoch war Peter „Auge“ Lorenz von der Comicbibliothek Renate im SKIB. Er, der Begründer dieser in Berlin einzigartigen Bibliothek und Student im Fernstudiengang des Instituts für Bibliothekswissenschaft, berichtete uns von den Ursprüngen von Renate als Künstlergruppe. Mit viel gesammeltem Wissen über das Kulturobjekt Comic und mit viel Enthusiasmus und Idealismus (O-Ton: "ich selber mach dis weil es mein Traum is, ne Comicbibliothek zu machen“) wurde 1992 dann die Bibliothek als ABM-Projekt aus der Taufe gehoben.
Die Zeit damals war ideal dazu, weil zu dem Arbeitsplatz viele Sachmittel zur Verfügung gestellt wurden. Der Service umfasste damals vor allem das Verleihen von Comics, es wurden, und werden noch immer, auch Zeichenkurse angeboten und Lieblingscomics der Leser vorgestellt.

Als das Ende der ABM-Zeit näherrückte, stellte sich die Frage nach der Auflösung der Bibliothek, da ohne Mittel eine Weiterführung problematisch währe. Die Benutzungszahlen aber ließen kein großes Nachdenken darüber zu, Renate war einfach zu gefragt.
So stellen nun Auge Lorenz und 9 weitere ehrenamtliche Mitarbeiter sicher, dass an 6 Tagen in der Woche die Möglichkeit besteht, Comics zu entleihen oder im Leseraum anzusehen.
Es finden außerdem regelmäßig Veranstaltungen, Ausstellungen und Vorträge statt, auch für Schulklassen gib es ein eigenes Programm. Renate ist also mehr als eine Bibliothek, sie ist einer der wenigen Orte in Berlin, die Informationen über das Medium Comic sammeln und weitergeben, sie ist ein Kulturtreff für Comicfans und –Zeichner und ein Forum für lokale Künstler.

Zu diesem Zeitpunkt sind etwa 500 Benutzer in der Bibliothek registriert, der Bestand umfasst sowohl 6000 Comichefte als auch 6000 Bände, viele in deutscher Sprache, einige aber auch in z.B. englisch oder französisch, dazu gibt es Sekundärliteratur. Außerdem befindet sich in der Bibliothek, die auf kleinstem Raum auskommen muss, auch ein Verkaufsstand, an dem Verlagsneuerscheinungen und Publikationen von Künstlergruppen und zum Teil auch von Bibliotheksbenutzern angeboten werden. Renate finanziert sich aus der monatlichen Benutzungsgebühr von 2,50 €, teilweise aus dem Verkauf, aber auch durch Spenden, sie profitiert dabei vor allem von ihren guten Kontakten zu einigen Comicverlagen, die immer wieder einige Exemplare aus ihrem Programm zum Verleihen zur Verfügung stellen. Wenn es genug Mittel gibt, wird auch hinzugekauft.

Ein aktuelles Projekt bei Renate ist die Überführung des Zettelkatalogs in eine Datenbank. Diese soll in Zukunft auch direkt vom Benutzer abrufbar sein und evtl. als Spiegelung ins Internet gestellt werden. Momentan funktioniert auch die Ausleihe noch mit Karten, vielleicht ist auch dies eines Tages digital möglich.
Bei all diesen Zukunftsvisionen bleibt nicht zu vergessen, dass Renate sich weiterhin über jegliche Unterstützung freut, um ihr Angebot aufrechtzuerhalten und zu erweitern.
Wir wünschen viel Erfolg!

www.renatecomics.de

(02.03.2004)


Fabio Tosques: Google für Anspruchsvolle
(O4.02.2004)

 

Das Publikum schaut, lauscht und staunt...


...und Fabio trägt vor.

Das Skript zum Vortrag gibt es hier als pdf: Skript

   

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