Studentenprofile am Institut für Bibliothekswissenschaft

Studentenprofil Mai 2005 :
Aike Schäfer-Rolffs

 

Fühlst du dich wohl an der Humboldt-Uni?

Ja, schon. Aber nicht so richtig. Ich komme aus Hamburg – die Uni dort ist ein großer Campus.
Das vermisse ich ein wenig.
Vielleicht liegt’s an mir.

Es ist schon ein Zuhause, aber Privates mit der Uni zu verbinden, ist hier leider nicht so gegeben.

Ich habe mich aber damit arrangiert - bin jetzt
mittlerweile 3 Jahre hier.

Du studierst also schon 6 Semester Bibliothekswissenschaft?

Nein, habe jetzt 6 Semester Amerikanistik und 5 Semester Bibliothekswissenschaft hinter mir.

Bist du mit dieser Kombination zufrieden?

Ja, auf jeden Fall. Es hat sich zwar nur so ergeben, ist aber eine gute Kombination. Mein Hauptding ist zwar Biwi – das ergänzt sich gut mit Amerikanistik. In Amerikanistik werden u.a. Kurse mit Medienschwerpunkt angeboten, sodass ich das beides gut miteinander verbinden kann.

Du sagst, die Kombination „hat sich so ergeben“. Warum? Wie?

In Hamburg habe ich nach dem Abi nicht gewusst, was ich machen soll. Also habe ein Orientierungssemester, das die Uni Hamburg anbietet, gemacht. Das hieß „Orientierung generale“ und bot einmal in der Woche eine Tutoriumsgruppe an. Nebenbei konnte man die Kurse besuchen, die man wollte.

Was wurde in der Tutoriumsgruppe gemacht?

Wir lernten, wie man sich den Stundenplan macht und ähnliches, hatten aber in Arbeitsgruppen auch die Aufgabe, verschiedene Sachverhalte vorzustellen oder wir diskutierten einfach über ein Thema.

Durch dieses „Orientierung generale“ hast du dann Gefallen an Amerikanistik gefunden und bist nach Berlin gekommen?

Ja. Habe damals meinen Freund hier kennengelernt. Er kommt aus Berlin.
Ich hatte mich dann in Potsdam und Berlin beworben, wurde aber nicht genommen. Habe ein halbes Jahr gearbeitet und bin dann doch noch im Nachrückverfahren an die Humboldt – Uni gekommen. Eigentlich wollte ich nicht nach Berlin, aber wegen meinem Freund, dacht ich mir, könnte man es ja machen.

Und nun bist du glücklich, in Berlin zu sein?

Na ja. Es ist mit einer Kurve vergleichbar...Am Anfang war es schwer für mich. Habe niemanden gekannt, außer meinen Freund. Mit dem Studium ging es dann aber immer aufwärts. Momentan ist es aber nicht so schön, weil ich in den Ferien in Hamburg mein Praktikum gemacht habe.

Heimatgefühle...

Ja. Das Praktikum hat richtig Spaß gemacht und es war schön, zuhause zu sein, meine Freunde und meine Familie zu sehen.

Wo hast du das Praktikum gemacht?

Bei RTL Nord in der Mediendokumentation. Ich bin auf diese Idee gekommen, weil das in der Liste der Praktikumsplätze im Netz steht. Übrigens arbeitet dort seit 6 Jahren eine Frau, die bei uns am Institut studiert hat – in der Kombination mit Kulturwissenschaft. RTL engagiert sich sehr stark für die Ausbildung. Sie haben immer Praktikanten. Man könnte auch dort seine Abschlussarbeit schreiben.

Was hast du während deines Praktikums gemacht? Welche Aufgaben hattest du?

Ich war in einem achtköpfigen Team und habe überall mitgearbeitet. Eingabe, Recherche und Rechteverwaltung waren die Hauptaufgaben der Mediendokumentation. Man recherchiert zum aktuellen Tagesgeschehen, was dann auf den Server abgelegt und geschnitten wird. Das geschiehgt alles arbeitsteilig.

Wie lange bist du dort gewesen?

6 Wochen. Immer von 9.00 bis 18.30 Uhr. Ohne Bezahlung. Mir hat’s aber großen Spaß gemacht, weil man in die moderne Mediendokumentation einen Einblick hat. Alles spielte sich in einem Großraumbüro ab, auch die redaktionelle Arbeit. Es war eine anspruchsvolle und abwechslungsreiche Arbeit und sehr ermutigend zu sehen, was man mal machen könnte. Also ein gutes Beispiel, wie es mal sein könnte...so dass der Schatten weggeht...

...welcher Schatten?

Viele wundern sich immer, was man studiert. „Da hockt man ja im Keller...“ kommt öfters als Reaktion. Wenn ich erzähle, wo ich mein Praktikum gemacht habe, steigert sich dann schon die Begeisterung bei den Leuten.

Willst du nun etwas vergleichbares in Berlin nebenbei machen?

Ich versuche mich bei RTL Berlin zu bewerben. Hier haben sie nur ein Archiv, weil Berlin die Hauptstadt ist und das Rohmaterial der politischen Aktivitäten gespeichert wird.

Kommt man als Privatperson daran?

Man kann immer Anfragen stellen, wenn man Material sucht. Das ist dann allerdings kostenpflichtig, ist aber nicht soviel, was ich mitbekommen habe.

Was machst du jetzt gerade neben dem Studium?

Momentan habe ich noch einen Promotionjob. Der macht mir aber keinen Spaß mehr. Ich will was „Ordentliches“ machen. Ich habe es schon ein paarmal mit Bewerbungen als studentische Hilfskraft an der HU versucht. Das hat aber nicht geklappt.

Hast du Hobbies, denen du frönst?

Das ist in Berlin etwas eingeschlafen...Ich habe früher viel Tennis gespielt, war in einem Verein. Ausserdem habe ich Leichtathletik gemacht. Beim Angebot vom Unisport habe ich überlegt, ob ich mich für Kurse einschreiben soll. Letztendlich waren mir aber die Sportstätten zu weit weg.

...Wo wohnst du denn?

In Schöneberg. Mit meinem Freund.
Tja, ansonsten besuche ich oft Freunde, bin aber auch ganz gern mal allein zuhause. Abends bin ich auch unterwegs, aber weniger als in Hamburg.

...weil?

Hier habe ich keine Clique. Die Leute sind verteilt, manche gehen nicht so gern weg, haben unterschicedliche Geschmäcker. Berlin ist teilweise auch komisch zum weggehen.

Wieso?

Die Leute sind so komisch. Letztes Wochenende war ich abends das erste Mal im Rio, da würde ich nicht nochmal hingehen. Irgendwie kamen nette Leute nie aus Berlin, waren überwiegend Kurzurlauber aus anderen Städten. Einige, die dort waren, kannte ich von der HU.

Wie geht man in Hamburg weg? Was ist dort besser oder anders?

Dort habe ich eine Clique, die zusammen weggeht. Die Clubs sind alle auf den Stadtkern konzentriert. Da kann man mal dahin und mal dahin...

Nun habe ich sehr oft Hamburg gehört...Was verbindest du mit dieser Stadt?

Meine Familie, meine Freunde sind da, die Hamburger Mentalität...Die ist anders als in Berlin, das merke ich hier deutlich. Hamburger sind irgendwie anders, ich komme besser mit ihnen aus, sie sind nicht so kratzbürstig (grinsend gesagt). Ich mag aber auch vieles an Berlin. Es ist optimal zwischen diesen beiden Städten zu pendeln. Andere Städte, München z.B., könnte ich mir gar nicht vorstellen. Die Strecke ist kurz, in zwei Stunden ist man jeweils in der anderen Stadt. Viele kommen auch gern nach Berlin, um mich zu besuchen. Das ergänzt sich also ganz gut.

Möchtest du wieder nach Hamburg zurück?

Das weiß ich noch nicht. Mich interessiert ein englischsprachiges Land eher.

Danke für das Gespräch!