Studentenprofile am Institut für Bibliothekswissenschaft

- Desmond Farai Bonyongwa -
Desmond


Just Desmond - ein angehender Bibliothekswissenschaftler aus Simbabwe

Ein Studentenprofil aufgezeichnet von Matti Stöhr


Desmond Farai Bonyongwa, 28, seines Zeichens Magister-Hauptstudent in der Fächer-
kombination Soziologie (an der TU) und Bibliothekswissenschaft, kam aus Simbabwe
nach Deutschland. Seitdem sind neun Jahre vergangen ...

Desmonds Weg nach Berlin und zur Bibliothekswissenschaft

Direkt nach Abschluss der Schule ging Desmond im Jahre 1996 nach Deutschland bzw. Berlin. Er verließ damit sein christlich geprägtes Elternhaus und auch ein Land, in dem das Leben grundlegend anders als in Deutschland ist.
Mit der Bibliothekswelt kam er nicht nur als Benutzer schon früh in Berührung.
Über eine Bekannte konnte er schon als Schüler in der Stadtbibliothek von Mutare, einer Stadt an der Grenze zu Mosambik, in den Ferien Erfahrungen in bibliothekarischer Arbeit sammeln.
So kam die Wahl des Studienfaches der Bibliothekswissenschaft (Studienschwerpunkt Dokumentation) nicht von ungefähr.
Nach einem Jahr Sprachkurs nahm Desmond sein Studium auf.

Desmond über das Studium und seine berufliche Zukunft

Generell, so Desmond, ist er mit der Wahl seiner Studienfächer und deren Aufbau zufrieden. Gerade kürzlich aber, als Teilnehmer der Exkursion nach Dänemark im Februar diesen Jahres, erlebte er in Gesprächen mit Studierenden der Royal School of Library and Information Science
in Kopenhagen, dass dort intensivere Gruppen- und Projektarbeit die Regel ist.

Diese Art von Lehren und Lernen, in denen die Projekte mit einer prüfungsähnlichen Leistung abgeschlossen werden, favorisiert Desmond. Eventuell wird Desmond in dieser Hinsicht gar Vorreiter in seinem Heimatland. Eine Bibliothekswissenschaft in Simbabwe gibt es bisher nicht und so könnte er sich aus seiner Initiative heraus, die Einrichtung eines Kombinationsstudien-
ganges mit der Informatik vorstellen.

Erste Kontakte sind laut Desmond geknüpft. Ihm ist es wichtig, dass in den Bibliotheken Simbabwes die technische Ausstattung in Form von Computerarbeitsplätzen ausgebaut wird, OPACS eingerichtet und gepflegt werden, aber auch die Literaturversorgung zu höheren Bildungschancen verbessert wird.

Eine weitere Variante dazu seinen Betrag zu leisten, wäre der Beruf eines System-
administrators - sei es in einer großen Bibliothek oder einer Dokumentationseinrichtung.
Zuvor steht aber der Abschluss des Studiums an, welches nicht mehr in allzu weiter Ferne
liegt. Spätestens Ende des Jahres 2005 will sich Desmond seiner Magisterarbeit widmen, die sich voraussichtlich mit einem sozialwissenschaftlichen Thema zu Simbabwe beschäftigen wird.

Erste Berufserfahrungen möchte Desmond schon noch in Europa sammeln, um dann schließlich so zeigt sich Desmonds Anspruch, dem Bibliotheks- und Informationssystem Simbabwes seinen eigenen Stempel aufzudrücken.

Desmond abseits des Studiums

Die Buchlektüre betreffend, kann Desmond die allgegenwärtige Berücksichtigung seines Studiums nicht verhehlen.

Es kommt recht selten vor, dass er mal ein belletristisches Buch zur Hand nimmt. Fachbücher haben es ihm angetan. Hier kommt u.a. sein Interesse für Politik zum tragen - eines der letzten Bücher, die Desmond gelesen hat, handelte von der Apartheid in Südafrika.

Ist es nicht die Fachliteratur, so liest Desmond begeistert den Spiegel und Zeitungen, was sein Faible für das politische (Welt-)Geschehen nur unterstreicht..

Musikalisch haben es Desmond eher sanfte Klänge angetan, obwohl man ihn meist, so Desmonds Erfahrung, mit dem Hören von Hip-Hop in Verbindung bringt. Er ist jedoch eher
dem Reggae, Soul und R’n’B zugetan. So findet man in seiner Plattensammlung zwischen
Bob Marley und Seal auch Lionel Richie. Sein Lieblingskünstler aus Deutschland ist Gentleman.

Den sportlichen Ausgleich findet Desmond im Schwimmen, wobei er fast jede Woche seine Bahnen zieht, und im Spazieren gehen. Ebenso reist Desmond gerne. Neben mehrmaligen Besuchen in London, wo ein paar Freunde von ihm Leben, einer Reise nach Frankreich, hat
er nun mit der Exkursion nach Dänemark auch den skandinavischen Raum für sich entdeckt
Es war sehr, sehr schön, jedoch ausgesprochen kalt, verriet Desmond lachend.

Sein Heimatland Simbabwe hat Desmond, seit seinem Weggang vor neun Jahren, nur zweimal besucht.
Wir werden es erleben, ob und wann er dahin zurückkehrt und bibliothekswissenschaftliche Erfolge feiern kann. Ein stets aufmerksamer Blick in die Zeitung oder in den Spiegel wäre in dieser Hinsicht nicht verkehrt. :-)

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