Studentenprofile am Institut für Bibliothekswissenschaft

   

Daiva Pileckaite

Indre Kubiliute

Was studierst Du in Litauen? Was machst Du neben dem Studium?

Ich studiere Businessinformationsmanagement an der Kommunikationswissenschaftlichen Fakultät der Universität Vilnius.
Zur Zeit habe ich keinen Job, ich hoffe aber, bald einen zu finden. Vor meinem Studium in Berlin arbeitete ich als Interviewerin in einer Organisation für Marktuntersuchungen :-).

Welche Beweggründe hattest Du, im Ausland zu studieren und warum hast Du Berlin gewählt?

Schon seit der Schulzeit wollte ich im Ausland studieren. Nicht aber das gesamte Studium, denn meiner Meinung nach ist in Litauen die Qualität und das Niveau des Studiums auch sehr gut und hoch. So war für mich das Sokrates-Erasmus- Programm besonders attraktiv. In meinem zweiten Studienjahr habe ich mich entschieden, in Deutschland zu studieren. Ich hatte zwei Optionen – entweder die Fachhochschule Hannover oder die Humboldt-Universität zu Berlin. Ich habe die Stelle an der Humboldt-Universität gewonnen und so bin ich nach Berlin geraten :-).

Ich bin sicher, dass mir das Studium im Ausland auch für meine Zukunft hilfreich sein wird. Die Situation am Arbeitsmarkt ist heute sehr angespannt. Alle konkurriert miteinander. Deshalb betrachte ich dieses Studium in Berlin als ein kleines aber sehr wertvolles Plus in meinem Lebenslauf :-).

Wurden Deine Erwartungen erfüllt?

Ja, natürlich, alle meine Erwartungen wurden erfüllt. Obwohl ich schon wieder zwei Monate in Litauen bin, erinnere ich mich an diese Zeit in Berlin mit großer Sehnsucht zurück. Ich habe nur gute Erinnerungen mitgebracht.

Was hat Dir gefallen, was weniger gut?

Das Leben und System sowohl in Deutschland als auch in Berlin ist ein bisschen anders als in Litauen. Es gibt viele Anforderungen und Regeln. Wenn man diese aber kennt, tauchen weniger Probleme und Missverständnisse auf. Ordnung und Verkehr in der Stadt, die Hilfsbereitschaft der Menschen haben mir besonders gefallen. Ich habe auch viele interessante Menschen aus der ganzen Welt kennen gelernt und finde das toll. Jetzt bin ich unter anderem in Amerika, in der Tschechien, in Frankreich und Russland willkommen :-).

Nur eine Sache hat mich eigentlich in Berlin geärgert. Das war die Öffnungszeit der Geschäfte. Bei uns in Litauen öffnen sie gewöhnlich bis 22 Uhr und die ganze Woche, hier in Berlin aber nur bis 20 Uhr. Ich denke, ihr könnt mich verstehen ;-).
Alles andere war aber wunderbar: das Studium an der Uni, StudentInnen, Dozenten usw.

Worin unterscheidet sich Dein Studium in Vilnius an Deiner Fakultät von dem am Institut hier in Berlin?

Das System des Studiums überhaupt unterscheidet sich. In Vilnius studieren wir ein Fachgebiet. Das dauert 4 Studienjahre (Bakkalaurus-Studium). In jedem Semester lernen wir 7-8 verschiedene Fächer, zwei von ihnen können wir selbst wählen. In Berlin ist alles anders. Die StudentInnen lernen hier soviel Semester und Fächer, wieviel sie selbst wollen und sind dafür leistungsfähig. In jedem Semester müssen wir an unserer Kommunikationswissenschaftlichen Fakultät Prüfungen ablegen. Und das gilt für alle Fächer getrennt.

An Deinem Institut ist alles anders. Sogar mit dem Erwerb der Leistungsscheine: Jeder entscheidet selbst, braucht er die oder (noch) nicht. Das finde ich gut, denn so haben StudentInnen mehr Auswahlfreiheit.

Was sonst noch zu der Vorlesungen? Leider konnte ich in Berlin nicht so viele Fächer wählen, die bestimmt zu meiner Studienrichtung gepasst und mich interessiert hätten. Besonders hat mich am Institut das Verhalten der Dozenten begeistert. Obwohl sich alle von ihnen der Wissenschaft widmen, sind sie dabei ganz freundlich und hilfsbereit.

Indre und ich hatten noch einige Missverständnisse wegen den Seminaren.
Bei uns an der Fakultät finden Seminare und Vorlesungen getrennt statt. Wenn wir zum Beispiel in einem Semester 16 Vorlesungen aus einem Fach belegen, haben wir dann noch zusätzlich 8 Seminare.
Für jedes Seminar erhalten wir verschiedene Hausaufgaben und müssen sie kurz für die darauf folgende Stunde vorbereiten. Es hängt schon von der Aufgabe ab – ob schriftlich oder mündlich.

Hier in Berlin war es ein bisschen anders. Wir haben auch eine Hausaufgabe gekriegt, wussten aber nicht, dass das wie ein Referat wird ?
Es war eine komische Situation: Andere StudentInnen haben dann etwa 15-30 Minuten gesprochen und wir nur 5 Minuten ?.

Was hast Du hier gelernt? Welche Erkenntnisse nimmst Du aus Berlin mit?

Berlin hat mich sehr vieles gelehrt – besonders die Selbständigkeit. Meine Meinung zum Studium, zur Lehre, zur Arbeit und überhaupt zum Leben änderte sich.
Früher habe ich mich immer beeilt und mein Leben war gleichsam in mehrere Teile geteilt: Abschluss der Schule, Universität, Arbeit, Familie, Kinder usw...

Jetzt denke ich aber anders. Ich habe gesehen, man braucht sich nicht immer beeilen. Man kann doch einfach Student und Studentin sein ?
Man soll alles im Leben erfahren. Es ist paradox, aber Berlin hat mich Entspannen gelernt :-))

Wo und wie hast Du gewohnt? Was hat Dir an der Stadt Berlin gefallen?

Ich habe im Studentenwohnheim in Lichtenberg gewohnt. Das war ganz gut. Bis zur Universität dauerte es über eine halbe Stunde. Manchmal war das ein bisschen viel, aber bald hatten wir uns daran gewöhnt. Ich habe meine Wohnung noch mit einem Mädchen aus Russland geteilt. Überhaupt war ich aber mit den Lebensbedingungen in Wohnheim sehr zufrieden.

Und Berlin als Stadt hat mich entzückt. Jetzt kann ich verstehen, wenn man sagt, dass Berlin eine kosmopolitische Stadt ist. Es gibt so viele verschiedene Menschen, so viele Veranstaltungen, Unterhaltungen und andere Beschäftigungen, die man besuchen kann. Jeder kann das finden und machen, was er will. Es gibt so viele Museen, Parks, sogar Sehenswürdigkeiten, die wir noch nicht besuchen konnten, obwohl wir uns dafür sehr viel Zeit genommen haben.

Bist Du vom Erasmus/Sokrates-Programm unterstützt worden?

Ja, ich bin vom Erasmus/ Sokrates-Programm unterstütz worden. Ich habe 400 Euro pro Monat erhalten und kann sagen, das war ausreichend für mich.

Wie sind Deine Pläne für die Zukunft?

Ich möchte zunächst mein Bakkalaurus-Studium hier in Litauen beenden. Es ist schon das letzte Jahr. Dann werde ich vielleicht Magister studieren. Es kann sein, dass ich das im Ausland tun werde :-) Ich werde es versuchen, weiß es aber noch nicht genau.
Jetzt will ich noch eine kleine Arbeit finden und meine Diplomarbeit schreiben. So habe ich erst mal sehr viel Arbeit :-)

Willst Du nochmal nach Berlin kommen, z.B. für ein weiteres Studium,Praktikum, Arbeit?

Ja, natürlich, ich werde immer nochmal nach Berlin kommen wollen ?

Und vielleicht sogar für ein weiteres Studium. Ich denke darüber nach... :-))

 

Was studierst Du in Litauen?

Ich studiere an der Kommunikations-
wissenschaftlichen Fakultät der Universität Vilnius Communication and Information Science (aber auf litauisch :)).

Was machst Du neben dem Studium?

Es ist üblich, dass die Studenten jobben. In den vergangenen 2 Jahren arbeitete ich als „Putzmädel“ bei einer reichen Familie.

Ich habe viele Hobbies, die ich aber nicht alle verwirkliche, aber ich verspreche, dass ich mich bessern werde :) Meine Hobbies sind: Singen, Tanzen, in Discos gehen, mit Freunden treffen usw.

Welche Beweggründe hattest Du, im Ausland zu studieren und warum hast Du Berlin gewählt?

Ich habe früh Deutsch gelernt. Schon in der Schule träumte ich davon, etwas in Deutschland zu machen. Ich hatte viele Brieffreunde, wusste ganz viel über Traditionen und die Geschichte. Als ich erfuhr, dass wir an der Uni ein Erasmus-Programm haben, dass das Studium in Deutschland ermöglicht, nahm ich an einem Aufnahmewettbewerb für einen Studienplatz teil. Und – ich hab gewonnen! :)

Ich wollte im Ausland studieren, weil ich wusste, dass es dort andere Studiensysteme und Studienprogramme gibt und die Studenten ein bisschen anders leben, als wir in Vilnius. Ich interessiere mich vor allem für fremde Länder und Städte, für neue Bekanntschaften.

Ich wollte mein Horizont mit einem Studium im Ausland erweitern. Wegen Berlin... emmmmmm… ich hatte nur 2 Möglichkeiten – Berlin oder Hannover.

Zuerst war es mir egal, wohin die Reise geht. Aber als ich erfuhr, dass die Humboldt-
Universität so alt und dass Berlin so schön ist, freute ich mich über mein Studium in Berlin.

Wurden Deine Erwartungen erfüllt?

Ich hatte es mir ein bisschen anders vorgestellt (das wurde beeinflusst von unserem litauischen System), aber die Studien und das Leben bei euch haben mir viel Nützliches gegeben (von der Seite des Wissens und der Erfahrungen).

Was hat Dir gefallen, was war weniger gut?

Was wollt ihr erst lesen – schlechtes oder gutes?
Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass die Zeit zu kurz war, um das System gründlich zu verstehen. Aber – was mir gefallen hat:

- die Studenten und Dozenten waren nett und hilfsbereit
- die Parties im Institut (sind sehr nützlich wegen Bekanntschaften und Erholung)
- die Verwendung der Medien während der Vorlesungen
- die Menge von Informationen und Bücher

Worin unterscheidet sich Dein Studium in Vilnius von dem am Institut hier in Berlin?

Die Dozenten der Kommunikations-
wissenschaftlichen Fakultät halten kaum
öffentliche Vorlesungen – das ganze Auditorium ist immer gleich. Die Termine sind streng begrenzt und die Präsentationen, also Referate oder Zusammenfassungen von Texten, muss man an einem genauem Termin machen.

Die Vorlesungen und Vorbereitungen auf diese sind ein wenig anstrengend wegen des Mangels an Informationen und Büchern. Wir haben sehr wenig Literatur auf Litauisch.

Ansonsten unterscheiden sie sich nicht sehr stark.

Was hast Du hier gelernt? Welche Erkenntnisse nimmst Du aus Berlin mit?

Mir persönlich gefielen die Vorlesungen, die mit Management zu tun hatten.

Da ich mich dafür interessiere, fand ich in der Bibliothek sehr interessante Informationen und nützliche Weblinks. Den größten Teil des Vorlesungsstoffes hatte ich schon gelernt oder gewusst – ich brauchte nur Praxis.

Wo und wie hast Dur gewohnt? Was hat Dir an der Stadt Berlin gefallen?

Ich wohnte zusammen mit Daiva in Lichtenberg, unweit von der U-Bahn-Station Tierpark.
Wir wohnten im selben Eingang, aber in unterschiedlichen Wohnungen.

Die Erinnerungen an das Studentenwohnheim sind gut und mit dem studentischen Leben und der echten Ordnung verbunden. Na klar, das hängt auch ab von den Nachbarn…
Was hat mir an Berlin gefallen? Alles! Der Verkehr ist super, die Ordnung und Kommunikation auch.

Es ist gut, dass die Bedingungen für alle Gruppen der Gesellschaft geschaffen sind (Bequemlichkeiten auf dem Weg zur Arbeit).
Die Galerien und Museen sind interessant und wertvoll.

Bist Du vom Erasmus/Sokrates-Programm unterstützt worden?

Ja. Wir bekamen eine Unterstützung, die aus Geld der Universität und der Erasmus-Stiftung bestand.

Wie sind Deine Pläne für die Zukunft?

Dieses Jahr ist das letzte für uns in der Bachelorstufe. Wir werden bald die
Abschlussarbeit schreiben.

Ich möchte über Informationsmarketing schreiben, weiß aber nicht genau, wie ich Informationen sammeln werde und welche Forschung ich betreiben werde.

Wenn jemand zufällig irgendwelche Informationen für dieses Thema finden wird, bitte sendet diese an: liuxxiux@one.lt .

In meiner näheren Zukunft werde ich nach einer Arbeit in irgendeinem Office suchen und viel Geld verdienen.

Willst Du noch mal nach Berlin kommen, z.B. für ein weiteres Studium, Praktikum, Arbeit?

Es gefiel mir in Berlin zu sein und deswegen will ich noch mal dorthin fahren. Vielleicht nicht nur als Touristin, sondern als Mitarbeiterin :)
Es ist wirklich eine schöne Stadt..

Viele Grüße aus Litauen!

Daiva und Indre mit Studentinnen des IB (Maxi, Manu, Jessi) in Potsdam
Daiva und Indre mit Studentinnen des IB in Potsdam