Institut für Bibliothekswissenschaft - Humboldt Universität zu Berlin

zurück

Profil des Monats Juni 2004 :
Viktorija


 
Viktorija im HU-Hof

Seit Anfang April studiert Viktorija am Institut für Bibliothekswissenschaft.
Sie ist Austauschstudentin aus Vilnius und wird 5 Monate in Berlin und damit auch an unserem Institut bleiben.
Das folgende Studentenprofil soll Euch Viktorija vorstellen, ihre Gedanken und Ziele näherbringen und Euch womöglich dazu animieren, selbst einmal ein oder zwei Semester im Ausland zu verbringen.

1. Was genau studierst du in Litauen?

In Litauen studiere ich Bibliothekswissenschaft und Information, anders als in Deutschland bilden diese beiden Schwerpunkte nur ein Fach, welches wir studieren können.

2. Wie bist du dazu gekommen, dein Auslandssemester an unserem Institut zu verbringen?

Zu Beginn meines Studiums an der Universität in Vilnius habe ich zum ersten Mal von dem Austauschprogramm SOKRATES/ERASMUS und der Möglichkeit ein oder zwei Semester im Ausland verbringen zu können gehört. Da meine Fremdsprache Deutsch ist, kam nur Berlin in Frage. Den Antrag für diesen Austausch habe ich zweimal eingereicht. Beim ersten Mal hat es nicht geklappt, aber beim zweiten Mal habe ich Glück gehabt – ich wurde für ein Studium an der Humboldt-Universität zu Berlin ausgewählt. (so bin ich also hierher geraten ? ). Schade finde ich, dass ich hier nur ein Semester studieren kann.

3. Gefällt es dir hier (in Berlin und am Institut)?

Ja sehr. Berlin ist eine schöne gemütliche Stadt und das Institut ist das Beste von allen an der Humboldt-Uni (soviel ich weiß sind Studierende und Professoren/ Professorinnen nirgends an dieser Universität so freundlich, wohlwollend und hilfsbereit wie an diesem Institut).

4. Kommst du hier mit deinem Studium zurecht? Erfüllt es deine Erwartungen? Gibt es Schwierigkeiten?

Meine zunächst eher negativen Vorstellungen und Erwartungen von diesem Semester haben sich sehr zum Positiven gewandelt.
Schwierigkeiten? Aber natürlich! Diese beziehen sich konkret z. B. auf Aufgaben die ich in bestimmten Seminaren erledigen soll, wie ich vergangene Woche im Seminar „Informationsethik“ von Herrn Prof. Kuhlen die Moderation einer Diskussionsrunde übernehmen sollte – da hatte ich durchaus Angst.
Am Anfang hatte ich zudem Probleme mit der Methode wie hier Seminare geführt werden, ebenso habe ich Schwierigkeiten die Sprache betreffend: Ich verstehe fast alles und solange der Dozent oder die Dozentin spricht ist alles okay – aber wenn die Studenten in den Seminaren etwas sagen, kommentieren oder fragen habe ich mitunter große Verständnisprobleme, zudem nervt es mich, dass ich nicht immer alles, was ich denke oder sagen will auch sagen kann.

5. Welche Erfahrungen und Eindrücke hast du bis jetzt gesammelt?

Ganz verschiedene. Ein Erlebnis möchte ich berichten, inzwischen finde ich es lustig, aber zu dem Zeitpunkt habe ich es natürlich anders empfunden:
Es fand ein Konzert für ausländische Studierende statt, welches ich gemeinsam mit einer Freundin besucht habe, dort haben wir uns dann auch recht lange aufgehalten. Die Straßenbahnen, die mich hätten nach Hause bringen können, habe ich schließlich verpasst. Da ich zu diesem Zeitpunkt über das System der Nachtbahnen überhaupt nicht Bescheid wusste habe ich mir die halbe Nacht mit dem Umherkutschen in verschiedenen S-Bahnen um die Ohren geschlagen und bin erst am frühen Morgen im Studentenwohnheim angekommen… und jetzt besuche ich keine Konzerte mehr…
Eine andere Sache hat mich auch sehr schockiert: Die verrückten Fahrpreise für öffentliche Verkehrsmittel – für den Preis eines ABC-Tickets in Berlin bekommt man in Vilnius eine Monatskarte!
Ich habe aber inzwischen auch sehr positive Erfahrungen gemacht: Es gibt viele Dinge hier in Berlin die mir sehr gut gefallen und besonders aufgefallen (das Gegenteil ist mir aus Litauen gut bekannt) sind mir die vielen hilfsbereiten Menschen hier, die immer lächeln und sich entspannt und frei fühlen. Ich kann sagen, dass ich Berlin sehr gern mag und ich werde von hier sehr viele positive und schöne Erinnerungen mitnehmen.
Und ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass sich durch alles was ich bisher hier in Berlin gelebt, gefühlt, an Eindrücken und Erfahrungen gesammelt habe, meine Lebensauffassung ein bisschen geändert hat.

6. Was denkst du, bringt dir dieses Auslandsemester für die Zukunft?

Auf jeden Fall nur Nützliches und Positives. Ich bin mir sicher, dass ich dieses Auslandssemester nicht bereuen werde, vielleicht wird es mir auch bei der Suche nach einem Arbeitsplatz von Nutzen sein.

 



Links:
Universität Vilnius
Kommunikationswissenschaftliche Fakultät der Universität Vilnius

 

nach oben