Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Bibliothekswissenschaft

Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis des Instituts für Bibliothekswissenschaft - Sommersemester 2004

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HAUPTSTUDIUM (MAGISTERSTUDIENGANG)

Schwerpunkt Bibliothekswesen

Fachgebiet: Bibliotheksbetriebslehre

51 818 Spezielle Rechtsprobleme des BID-Bereiches

HS Mo 14-16 wöch. DOR 26, 121 G. Beger

Behandlung von ausgewählten Rechtsgebieten des BID-Bereichs:
- Online-Recht
- Urheberrecht unter Berücksichtigung des europäischen Rechts und internationaler Vereinbarungen einschließlich Behandlung von internationalen Tendenzen im digitalen Umfeld
- Darstellung und Diskussion von Betriebsformen für BID-Einrichtungen in Verbindung mit ihren rechtlichen Auswirkungen
- Vertragsrecht (Kauf, Tausch, Schenkung, Lizenz, Werkvertrag, Konsortialvertrag u.a.)
- Exkurs durch Rechtsgebiete, die für das sog. Benutzungsrecht relevant sind, u.a. Bürgerliches Recht (insbes. Rechtsgeschäfte, Leihe, Haftung und Schadensersatz), Datenschutz, Strafrecht.

LITERATUR:
Fromm, Nordemann: Urheberrecht : Kommentar. - 8. Aufl. - Berlin, 1999
Gesetz über die Rahmenbedingungen der Informations- und Kommunikationsdienste. (Informations- und Kommunikationsdienste Gesetz) luKDG. BGBl I Nr. 52, 1997
Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (Urheberrechtsgesetz – UrhG) in der Fassung vom 10. Sept. 2003 (www.urhberrecht.org)
Kirchner, Hildebert: Bibliotheks- und Dokumentationsrecht. - 2. Aufl. - Wiesbaden, 1992
Koch, Frank: Computervertragsrecht. - Freiburg, 1994
Palandt: Bürgerliches Gesetzbuch : Kommentar. - München, 1997
Ratgeber Online-Recht.. Berlin, 1999
Rechtsvorschriften für die Bibliotheksarbeit. - 3. Ausg. - Berlin, 1998

51 819 Bibliometrie und Informetrie

HS Di 12-14 wöch. DOR 26, 118 W. Umstätter

Die Veranstaltung soll einerseits in die grundlegenden Methoden der Bibliometrie und Informetrie einführen und andererseits auf wichtige bibliotheksrelevante Ergebnisse in dieser Wissenschaft hinweisen. Dabei geht es im ersten Teil zunächst um eine Einführung in statistische Verfahren und ihre Anwendung auf die Bibliometrie, Informetrie und Scientometrie, während sich der zweite Teil hauptsächlich damit beschäftigt, publizierte Ergebnisse rechnerisch und intellektuell nachzuvollziehen.

51 820 Bibliometrie

HS Di 14-16 wöch. DOR 26, 118 H. Parthey

Indikatoren für die Publikationstätigkeit und für die Beachtung von Publikationen in der Forschung. Bibliometrie als Statistik von Bibliographien. Bibliometrische Profile in der Wissenschaft. Zusammenhänge zwischen der Anzahl von Publikationen, Zitationen, Autor- und Koautorschaften, die durch funktionale Abhängigkeiten bestimmt sind: Autorenverteilung nach Anzahl der Publikationen (Lotka-Darstellung), Zeitschriftenverteilung nach Anzahl der Publikationen (Bradford-Darstellung) und nach Anzahl der Zitierungen in Fachbibliographien. Im Seminar werden unter Verwendung von Literaturdatenbanken (Science Citation Index in der CD-ROM-Version) bibliometrische Profile für wissenschaftliche Institute entwickelt und ihre Funktion bei der Auswahl von Zeitschriften für die entsprechende Institutsbibliothek untersucht. (Lit. s. folg. Seite)

LITERATUR:
Parthey, H.: Bibliometrische Profile von Instituten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften : Veröffentlichungen aus dem Archiv zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft. - Berlin, 1995
Parthey, H.: Stadien der Wissensproduktion in Forschungsinstituten nach Raten der Publikation und Zitation der in ihnen gewonnenen Ergebnisse. - In: Deutscher Dokumentartag 1996. - Frankfurt a. M. : Deutsche Gesellschaft für Dokumentation, 1996. - S. 137-146
Parthey, H.: Publikation und Bibliothek in der Wissenschaft. -In: Wissenschaft und Digitale Bibliothek: Wissenschaftsforschung Jahrbuch 1998. Berlin: Gesellschaft für Wissenschaftsforschung 2000. S. 65-87 (im Internet als PDF-Datei unter: www.parthey.de).

51 821 Internet-Strukturen

HS Di 16-18 wöch. DOR 26, 120 F. Havemann

Das Internet gilt als Paradigma der Selbstorganisation wie als Paradigma der Desorganisation. Ziel des Seminars ist es, Strukturen des Internet bibliotheks- und informationswissenschaftlich zu analysieren. Eine besondere Rolle spielt dabei der Vergleich mit Selbstorganisationsstrukturen der Wissenschaft und des wissenschaftlichen Wissens, wie sie in Szientometrie und Bibliometrie aufgedeckt wurden und - übertragen auf das Internet-Geschehen - von Webometrics oder Cybermetrics und ähnlichen Forschungsrichtungen untersucht werden. Das Seminar bietet Raum für aktive Beteiligung an Konzeption und Durchführung entsprechender Untersuchungen. Interesse an englischsprachiger Literatur zum Thema und qualitativen wie quantitativen Forschungsmethoden ist hilfreich. Nicht primäres Ziel des Seminars ist es, sich mit dem Internet als Informationsbeschaffungsmedium zu beschäftigen.

51 822 Informationsgesellschaft und Beschäftigung

HS Do 12-14 wöch. DOR 26, 121 G. Beyersdorff

Arbeitslosigkeit ist das zentrale wirtschaftliche und gesellschaftliche Problem unserer Zeit. Sie ist Symptom tief greifender struktureller Schwächen und eines lang andauernden konjunkturellen Tiefs und damit Hauptursache für die Gefährdung des Sozialstaats. Aus diesem Grunde steht sie im Zentrum der Wirtschaftspolitik, die um wirksame Strategien zu ihrer Bekämpfung bemüht ist. Unstrittig schien lange Zeit, dass der Aufbau der Informationsgesellschaft massive Wachstumsimpulse auslöst und so neue Arbeitsplätze schafft. Im Mittelpunkt des Seminars steht die Frage, ob die erwarteten positiven Beschäftigungswirkungen die eingetretenen negativen ausgleichen. Untersucht wird weiter, welche neuen Qualifikationen im Buchhandel, Verlagswesen und in Bibliotheken notwendig werden und wie die laufenden Förderprogramme im Zusammenhang mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zu bewerten sind. Dabei sind auch die Probleme der Konzentration auf dem Medienmarkt und die der zunehmenden Globalisierung zu diskutieren. Unterstützt wird die Arbeit durch eine ständig ergänzte Sammlung von aktuellen Papieren einschließlich der dazu gehörenden Internetadressen, die am Anfang des Semesters in einem Ordner im Sekretariat zur Verfügung stehen.

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Fachgebiet: Bestandsaufbau und -erschließung

51 823 Verbale Sacherschließung

HS Mi 10-12 wöch. DOR 26, 120 K.-P. Mieth

Es sollen die Probleme der verbalen Sacherschließung mit den "Regeln für den Schlagwortkatalog" (RSWK) und der Schlagwortnormdatei (SWD) verdeutlicht werden. Anhand der Inhaltsanalyse und der Erschließungsgrundsätze und -verfahren werden praktische Beispiele und theoretische Erwägungen zu dieser auf der natürlichen Sprache beruhenden Form der Sacherschließung im Blickfeld des Seminars stehen.

LITERATUR:
Beispielsammlung zu den Regeln für den Schlagwortkatalog (RSWK) / Deutsches Bibliotheksinstitut. [Bearb. von Gerhard Stumpf unter Mitarb. von Hans-Jürgen Schubert]. - 2., vollst. neu bearb. Aufl. nach der 3. Aufl. des Regelwerks. - Berlin : Dt. Bibliotheksinst., 1999.
- 218 S.
Regeln für den Schlagwortkatalog : RSWK / [erarb. von der Expertengruppe RSWK des Deutschen Bibliotheksinstituts auf der Grundlage der von der Kommission des Deutschen Bibliotheksinstituts für Sacherschließung bearb. 2. Aufl. (1991). Hrsg. von der Konferenz für Regelwerksfragen beim Deutschen Bibliotheksinstitut. Red. Bearb.: Hans-Jürgen Schubert]. - 3., überarb. und erw. Aufl. - Berlin : Deutsches Bibliotheksinstitut. - Losebl.-Ausg.
Im Internet unter: http://www.dbi-berlin.de/dbi_pub/einzelpu/regelw/rswk/rswk_00.htm
Umlauf, Konrad: Einführung in die Regeln für den Schlagwortkatalog RSWK : mit Übungen / von Konrad Umlauf. [Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Bibliothekswissenschaft]. - Berlin : Inst. für Bibliothekswiss., 1999. - 40 S. : graph. Darst. - (Berliner Handreichungen zur Bibliothekswissenschaft ; 66)
Im Internet unter: http://www.ib.hu-berlin.de/~kumlau/handreichungen/h66/

51 824 Dezimalmethode und Regensburger Verbundklassifikation: Zwei Grundmuster und Hauptvertreter klassifikatorischer Sacherschließung

HS Fr 09-13 14tgl./1 DOR 26, 8 B. Lorenz

Die seit Jahrhunderten verwendete, inzwischen mit den international verbreiteten Universalklassifikationen DDC (Dewey Dezimalklassifikation) und UDK (Universale Dezimalklassifikation) vertretene Dezimalmethode und die nach dem historischen Fächergliederungsmuster seit den sechziger Jahren entwickelte, im deutschen Sprachbereich verbreitete RVK (Regensburger Verbundklassifikation) stellen formal und inhaltlich zwei Grundtypen klassifikatorischer Arbeit dar.
Beide Systeme werden in Entwicklung und Inhalt skizziert und in Wirkung und Wechselwirkung im deutschen Bibliothekswesen gezeigt. Beispiele erweisen auch die Unterschiede der inhaltlichen Gestaltung bei der Dezimalmethode im Rahmen der Zehnerung und bei der RVK die Probleme besonders der Verbundarbeit.

LITERATUR:
Lorenz, Bernd: Systematische Aufstellung in Vergangenheit und Gegenwart. - Wiesbaden: Harrassowitz, 2003. - (Beiträge zum Buch- und Bibliothekswesen; 45)
Roloff, Heinrich: Lehrbuch der Sachkatalogisierung. - 5. Aufl. - München; New York: Verl. Dokumentation, 1978

51 825 Die Terminologieproblematik beim Aufbau von Thesauri

HS Di 10-12 wöch. DOR 26, 120 I. Lindtner

Der Thesaurus als Mittel zum Indexieren wird in der Vielfalt seines methodischen Aufbaus vorgestellt. Dazu wird die Methode des koordinativen Indexierens eingeführt und an Beispielen erläutert. Der Thesaurus als dafür typisches Ordnungssystem wird hinsichtlich seiner Struktur und seiner Kontrollfähigkeit detailliert dargestellt. Schwerpunkte liegen bei den Methoden der Sachwortsammlung, der terminologischen Kontrolle, dem Relationsgefüge und der Thesauruspflege. Dabei werden Grundlagen und Methoden der Terminologiearbeit erläutert und deren Anwendung demonstriert bzw. getestet. Die Analyse konkreter Thesauri und begleitende Übungen sollen Probleme aufzeigen und die Suche nach Lösungsvarianten initiieren.

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Fachgebiet: Bibliotheksbenutzung, Öffentlichkeits- und Programmarbeit

51 826 Benutzungsforschung

HS Mi 16-18 wöch. DOR 26, 120 F. Havemann

Die Benutzung ihrer Informationsangebote ist das Ziel von Bibliotheken, Dokumentationsstellen und Fachinformationseinrichtungen. Von zentralem Interesse ist daher differenziertes Wissen über Umfang und Modalitäten der tatsächlichen Inanspruchnahme. Im Seminar soll ein Überblick über Stand und Desiderate der Benutzungsforschung erarbeitet werden. Darüber hinaus soll exemplarisch eine auf die Interessen der Teilnehmenden abgestimmte, realisierbare Konzeption einer empirischen Benutzungsstudie entwickelt werden; insofern hat das Seminar Projektseminarcharakter. Erforderlich ist Interesse an empirischer Sozialforschung, und förderlich sind Vorkenntnisse auf diesem Gebiet.

51 843 Informationsethik

HS Mo 10-12 wöch. DOR 26, 122 R. Kuhlen

Zielgruppen:
Studierende des Faches Bibliothekswissenschaft; offen für Studierende anderer Fächer wie Philosophie, Informatik, Kommunikationswissenschaft, Wirtschaftswissenschaft,
Gesamtkursziele:
a) Herausarbeiten zentraler Konfliktfelder und Interessen in elektronischen Umgebungen
b) Erarbeiten informationsethischer Grundlagen, die als Beitrag zur Lösung von Konflikten angewendet werden können.
c) Erarbeiten informationsethischer Kernbereiche
d) Vermittlung der Kompetenz zum Führen informationsethischer Diskurse
Gegenstandsbereich Ethik und Informationsethik:
Ethik ist die Reflexion auf die historisch entwickelten kulturellen Werte und Normen einer Gesellschaft (die „Moral“). Ethik will in ihrem normativen Anspruch Maßstäbe bereitstellen, wie reale Handlungen als moralisch korrekt beurteilt bzw. wie praktische Prinzipien des Handelns, auch mit Blick auf regulatorische und rechtliche Gestaltung, entwickelt werden können.
Informationsethik ist Ethik unter den Bedingungen fortschreitender Durchdringung aller Lebensbereich mit Informations- und Kommunikationstechnologien bzw. -diensten. Informationsethik wird nicht naturrechtlich oder abstrakt deontologisch (d.h. abgeleitet aus allgemeinen Prinzipien) begründet, sondern leitet ihre Fragestellungen und Themen aus den Gestaltungsbedingungen der Räume ab, in denen sich die Menschen bewegen und in denen sie Verhaltensweisen, Gepflogenheiten, Normen und ihre Interessen entwickeln. In unserem Fall sind es die vom Internet bestimmten virtuellen Räume, die die Rahmenbedingungen für die Ausgestaltung der Informationsethik ausmachen.
Durchführung:
Der Kurs wird nach dem Prinzip des Blended Learning durchgeführt, d.h. in einer Mischung von Präsenzveranstaltungen und elektronischer. Am Ende des Kurses, Anfang Juli, wird es ein Seminar geben, bei dem vor allem die Ergebnisse der asynchronen Diskussionen präsentiert, diskutiert und ausgewertet werden.
Nach einer Einleitungsphase, die der Einigung über die zu behandelnden Themen der Informationsethik und der Erarbeitung der informationsethischen theoretischen Grundlagen dient, werden in jeweils zweiwöchigen Phasen einzelne Themen diskutiert und mit Material (Links, eigene Stellungnahmen, Literatur etc.) angereichert. (Forts. s. folg. Seite)

Schwerpunkte des Kurses sind: (a) Grundlegung einer Wissensökologie; (b) Kommunikationsrechte; (c) Umgang mit Wissen und Information - Wissensregimes
Speziellere Themen sind: Wissen als privates oder öffentliches Gut, Privatheit in elektronischen Umgebungen; Kontrolle/Überwachung/Filtern/Abblocken; Informations- und Kommunikationsfreiheit; Ausprägungen des Digital divide und ihrer Überwindung; Vertrauen auf elektronischen Märkten; Informationskompetenz; informationelle Autonomie; Roboter-/Epers-Ethik.
Folgende Ziele sollen im Kurse erreicht werden:
- welche klassischen ethischen Theorieansätze auch für Informationsethik verwendet werden können
- welche Informationsinteressen über welche Akteure ausgemacht werden können, die auf die Ausgestaltung der Informationsgesellschaft einwirken
- inwieweit bisherige ethische und rechtliche Begründungen für Informationskulturen und Informationsinteressen weiterhin tragfähig sind bzw.
- welche Konflikte dadurch entstehen, dass bestimmte Informationskulturen und Informationsinteressen andere zu dominieren oder gar auszuschalten versuchen
- welche Barrieren bzw. Einschränkungen entstanden sind, die den freien Zugriff auf Wissen und Information und die freie Beteiligung am Austausch von Wissen und Information behindern
- ob und wie bürgerliche Freiheiten/Werte, z.B. Anspruch auf Privacy, Anonymität der Wissensnutzung, auch in digitalen Räumen gegenüber politischen und kommerziellen Ansprüchen (Sicherheit, Information/Wissen als Ware) gesichert werden können
- ob sich unter den Bedingungen der fortschreitenden Informatisierung von Wissen und Information neue informationsethische Normen entwickeln, die in politische Handlungsmaximen und rechtliche Festschreibungen umgesetzt werden sollten
- welche Formen des Ausgleichs zwischen verschiedenen Interessen und Kulturen entwickelt worden sind und welche im Sinne eines „Best practice“ als Muster für andere dienen können

Didaktische Konzeption und Leistungsnachweis:
Der Kurs wird über elektronische Kommunikationsforen und andere K-Formen (Wiki, Weblogs etc.) begleitet. Es soll das System K3 für kollaboratives Lernen zum Einsatz kommen. Nebenziel des Kurses ist somit auch der Erwerb von Kompetenz im Führen elektronischer Diskurse, einschließlich der verschiedenen Moderations-/Koordinationsfunktionen.
Leistungsgrundlage sind a) die in die elektronischen Kommunikationssysteme eingetragenen Beiträge (vielfältigster Art) der Kursteilnehmer (sowohl als individuelle als auch als Gruppenleistung). Dazu wird ein Credit-System zur Anwendung kommen, durch das diese Beiträge evaluiert und angerechnet werden. Es wird weder Hausarbeit noch Klausur geben.
Für den Kurs ist eine Anmeldung im Kommunikationsforum erforderlich. Die Webadresse für den Kurs im SS 04 bitte einsehen unter: http://www.inf-wiss.uni-konstanz.de/CURR/lehre.html

LITERATUR:
Allgemeiner Literaturhinweis: Zu Kursbeginn wird aller Voraussicht nach das beim Verlag eingereichte Manuskript eines Buches zur Informationsethik des Kursleiters vorliegen, in dem auch die wesentliche Literatur eingearbeitet ist, im Semester selbst dann sicherlich auch das fertige Buch (R. Kuhlen: Informationsethik – Ethik in elektronischen Räumen) erhältlich. Vorab könnten eingesehen werden:
Hamelink, Cees J.: The Ethics of Cyberspace. Sage Publications: London 2000
Johnson, D.G.: Computer ethics. Prentice Hall: Upper Saddle River, NJ 3rd 2001
Lessig, Lawrence: Code and other laws of cyberspace. Basic Books (Perseus Books Group): New York 1999.
Rudinow, Joel; Graybosch, Anthony: Ethics and values in the Information age. Thomson Learning: Belmont, CA 2002
Spinner, Helmut F.; M. Nagenborg, Michael; Weber, Karsten: Bausteine zu einer neuen Informationsethik. Philo: Berlin, Wien 2001
Spinello, Richard: Cyber ethics. Morality and law in cyberspace. Jones and Bartlett Publishers: Boston 2000

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Fachgebiet: Bibliotheks- und Informationstechnologie

51 827 Problemorientierte Programmierung

HS Di 10-12 wöch. DOR 26,118 M. Heinz

Ziel des Seminars ist es, Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit einer Programmiersprache zu erwerben und sie auf Probleme der ASCII-Textbearbeitung bzw. -auswertung und der Internetauswertung anzuwenden. Die Sprache Perl ist dafür besonders geeignet, da sie in diesem Zusammenhang besonders ausdrucksstark ist und für viele Probleme bereits nachnutzbare Module frei verfügbar sind. Sie zählt zu den meistgenutzten Programmiersprachen im Zusammenhang mit Internetanwendungen (CGI-Skipts). Die verwendete Software ist für die gängigen Betriebssysteme frei verfügbar und kann den Teilnehmern für das Arbeiten am persönlichen PC auf Wunsch bereitgestellt werden.

LITERATUR:
Wall, Larry; Christiansen, Tom: Programmieren mit Perl. – 3.Aufl. - Bonn : 0'Reilly, 2001
Schwartz, Randal L.; Phoenix, Tom: Einführung in Perl. – 3. Aufl. - Bonn : 0'Reilly, 2002

51 828 Anwendungsmöglichkeiten von XML in der Praxis

HS Di 16-18 wöch. DOR 26, 118 G. Gragert

Die Extensible Markup Language (XML) erweitert die starren Grenzen von HTML durch die universelle, strukturierte Erfassungsmöglichkeit von Dokumenten. Inhaltlicher Aufbau und Erscheinungsbild eines Dokuments werden voneinander getrennt, so dass ein Dokument auf verschiedenen Medien in einem anderen Layout erscheinen kann. Durch den ASCII-Standard ist zudem Systemunabhängigkeit und Archivierbarkeit gewährt. Im Seminar sollen zunächst die Grundlagen von XML erklärt werden, um dann später durch die Entwicklung eigener DTDs kleinere XML-Anwendungen selbst zu realisieren. Ebenso sollen größere Projekte aus der bibliothekarischen Praxis vorgestellt werden. Vorkenntnisse in HTML sind wünschenswert.

LITERATUR:
Behme, Henning ; Mintert, Stefan : XML in der Praxis : professionelles Web-Publishing mit der Extensible Markup Language.- 2., erw. Aufl..- München : Addison-Wesley, 2000.- ISBN 3-8273-1636-

51 829 UNIX, LINUX und SOLARIS in der bibliothekarischen und dokumentarischen Praxis

HS Di 08-10 wöch. DOR 26, 118 H. Habermann

Für die Planung und Einrichtung von Informationsnetzen im Bibliotheks- und Dokumentationsbereich sind Kenntnisse über die Einsatzmöglichkeiten des Betriebssystems UNIX (hier insbesondere der Variante LINUX) unverzichtbar. Dieses praxisorientierte Seminar behandelt folgende Themen:
Unix-Varianten, Logging, (System-)Kommandos, Dateien, Manipulation von Dateien und Verzeichnissen, Shell, Pipes, Dateien: suchen, programmieren (awk) und sortieren, Dateimanagement, editieren mit „vi“, Netze und Kommunikation, Dienste Anwendungen: Dateien, Datenbanken, Kommunikation, bibliotheks- und dokumentationsrelevante Dienste, Sicherheitsfragen. Die Seminararbeiten bestehen u.a. aus der Lösung von bibliotheks-/dokumentationsrelevanten Programmieraufgaben oder dem Aufbau einer Datensammlung.

LITERATUR:
Krienke, Rainer: UNIX für Einsteiger. - München : Hanser, 1996
Taylor, Dave; Armstrong, James C.: Teach yourself UNIX in 24 hours. - 1997
Herold, Helmut: Linux-Unix Kurzreferenz. - Bonn [u. a.] : Addison-Wesley Longman, 1999
Wolfinger, Christine: Keine Angst vor UNIX. - 8., überarb. Aufl. - München [u. a.] : Springer, 1996


51 831 Medienneutrales Publizieren mit XML: Standards, Werkzeuge, Methoden


HS Do 08-10 wöch. DOR 26, 118 S. Dobratz, M. Schulz

Ziel des Seminars soll es sein, einen Überblick über bestehende Techniken, Technologien und Standards im Bereich des elektronischen Publizierens mit XML zu geben. Dabei werden grundlegende Methoden beim Entwurf von XML-Basierten Publikationsstrategien besprochen und Konvertierungstechnologien (von und nach XML) vorgestellt. Die Übungen werden in Gruppen praktisch am Computer durchgeführt.
- Grundlegende Konzepte von XML
- Dokumenttypdefinitionen, Standards DTDs wie DocBook, TEI
- XML Schema
- eXtensible Stylesheet Language Transformations
- eXtensible Stylesheet Language: Formatting Objects
- Metdatenstandards: Dublin Core, Resource Description Framework
- DTDs für Multimedia: SVG, SMIL, MathML

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Fachgebiet: Bibliographie

51 832 Literaturdienste und Auskunftsmittel

HS Mo 12-14 wöch. DOR 26, 120 G. Pannier
Der thematische Rahmen der Seminardiskussion bezieht sich sowohl auf nationale als auch fachliche bibliographische Literaturinformation (z.B. Disziplinen, die als Fächerkombinationen im Magisterstudiengang gewählt wurden). Ziel ist es, effektive Wege zu bibliographischen Informationen aufzuzeigen, wobei alle gegenwärtig existierenden Präsentationsformen zu berücksichtigen sind: Internetangebote, CD-ROM-Ausgaben, Online-Datenbanken aber auch Mikroficheproduktionen und konventionelle (gedruckte) bibliographische Verzeichnisse. In diesem Zusammenhang werden auch die bibliographischen Datensammlungen von Bibliotheken (als OPAC bzw. METAOPAC), Informationsmittel aus dem Bereich Buchhandel und Verlagswesen sowie biographische und allgemeine Auskunftsmittel vorgestellt. Seminarreferate können sich mit den bibliographischen Dienstleistungsangeboten ausgewählter Einrichtungen befassen. Geübt werden soll das methodische Vorgehen bei der Suche nach bibliographischen Informationen, die Nutzung und ggf. Erstellung elektronischer Recherchehilfen und deren strukturierte Präsentation.

LITERATUR:
IfB - Informationsmittel für Bibliotheken. - Berlin, Jg. 1(1993) ff.
http://www.swbv.uni-konstanz.de/depot/dokersch/3400000/3421000/3421308k.html
Bell, Barbara L.: An annotated guide to Current National Bibliographies. – 2., compl. rev. ed. – München : Saur, 1998. – 487 S. (UBCIM publications : N. S. ; 18)
Georg Schneider ; Friedrich Nestler: Handbuch der Bibliographie / Begr. von Georg Schneider. Völlig neu bearb. von Friedrich Nestler. - 6., völlig neu bearb. Aufl.. - Stuttgart : Hiersemann, 1999. – 726 S.
Weitere Hinweise im Seminarverlauf bzw. unter http://www.ib.hu-berlin.de/~pannier/ss04.html


51 833 Bibliographie für Editoren


HS Di 16-18 wöch. UB der FU K.-P. Mieth

Übersicht über allgemeine und fachliche Nachschlagewerke als Hilfsmittel für Editoren, und zwar als Papier- und Mikroficheausgaben sowie auch in digitalisierter Form (CD-ROM, Online-Datenbanken und Internetseiten), um handschriftliche oder gedruckte Quellen nachzuweisen, um biographische Informationen zu ermitteln, um Pseudonyme oder fingierte Druckernamen sowie Druckorte aufzuschlüsseln, um Standortnachweise in Bibliotheken und Archiven festzustellen, um Sekundärliteratur in allen erdenklichen Publikationsformen zu Personen, Schriften, Epochen, Strömungen oder sonstigen Themen ausfindig zu machen. [Gleichzeitig auch Angebot für den interdisziplinären Studiengang Editionswissenschaft der FU und HU].

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Fachgebiet: Informationsvermittlung

51 834 Retrievalsysteme im Vergleich

HS Do 16-20 14tgl./1 DOR 26, 120 I. Schwarz

Die Recherchierbarkeit einer Datenbank ist abhängig von ihrer Aufbereitung durch ein gegebenes Datenbanksystem und von der Suchfunktionalität, die dieses System bietet. Im Rahmen des Seminars wird dieser Zusammenhang für ausgewählte Datenbanken und Retrievalsysteme in Theorie und Praxis untersucht. Das Seminar vermittelt damit nicht nur detaillierte Kenntnisse über Inhalt und Struktur bzw. Aufbau und Arbeitsweise der untersuchten Datenbanken und Retrievalsysteme, sondern auch allgemeines Wissen über wichtige Grundlagen effektiven und effizienten Recherchierens. Das detaillierte Seminarprogramm für das Semester wie auch Literaturhinweise finden Sie im Internet unter http://www.ib.hu-berlin.de/~is/home/lehre.htm.

51 835 HTML-/SGML-basierte Indexierungs- und Retrievaltechniken

HS Mi 12-14 wöch. DOR 26, 118 W. Umstätter

Ziel des Seminars ist es, innovative Retrievalkonzepte im WWW zu analysieren und Anwendungen in der dokumentarischen und bibliothekarischen Praxis nachzugehen. Zunächst wird eine Übersicht zu fortgeschrittenen Indexierungs- und Retrievaltechniken erarbeitet. Anschließend erfolgt eine praxisorientierte Vermittlung von Grundlagen, Syntax und Semantik der Dokumentbeschreibungssprachen HTML/SGML. Schwerpunkt des dritten Teils sind Metadaten mit deren Hilfe digitale Dokumente indexiert und recherchiert werden können. Im abschließenden Teil werden die Anwendungen diskutiert, wie z.B.: Metadaten-basierte / -unterstützende Suchmaschinen und Electronic-Publishingsysteme.

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Fachgebiet: Schrift-, Buch- und Bibliotheksgeschichte

51 836 Inkunabelkunde

HS Do 14-16 wöch. DOR 26, 121 K. Schmidt

Es werden Wesen und Gestalt der Inkunabeln behandelt. Anhand von Faksimiles werden ausgewählte Drucke inhaltlich und geistesgeschichtlich zugeordnet und formal unter dem Aspekt der typographischen Gestaltung und Ausstattung beschrieben. Die jeweiligen Drucker bzw. Werkstätten und ihre Programme werden vorgestellt.

LITERATUR:
Geldner, Ferdinand: Inkunabelkunde. - Wiesbaden 1978. - XI, 287 S.
Haebler, Konrad: Handbuch der Inkunabelkunde. - Nachdruck. d. Ausg. von 1925. - Stuttgart, 1979. - 187 S.

51 837 Deutsche Bibliotheksgeschichte

HS Mi 14-18 14tgl./1 DOR 26, 8 E. Plassmann

Wichtige, bestimmende Ereignisse und Entwicklungen der deutschen Bibliotheksgeschichte sollen in ihren Entstehungsgründen analysiert und in ihren Wirkungen erfasst werden; der jeweilige geistesgeschichtliche Kontext wie auch die politischen Zusammenhänge sollen herausgearbeitet werden, damit ein vertieftes Verständnis von Bibliotheksgeschichte möglich wird.

LITERATUR:
Jochum, Uwe: Kleine Bibliotheksgeschichte. - 2. Aufl. - Stuttgart : Reclam, 1999. - 232 S. - (Universal-Bibliothek ; 8915)
Leyh, Georg: Die deutschen Bibliotheken von der Aufklärung bis zur Gegenwart. - Wiesbaden : Harrassowitz, 1956. - 491 S. [Sonderdr. aus: Handbuch der Bibliothekswissenschaft, Bd. 3. - 2. Aufl.]
Schmitz, Wolfgang: Deutsche Bibliotheksgeschichte. - Bern [u.a.] : Lang, 1984. - 257 S. - (Germanistische Lehrbuchsammlung ; Bd. 52)
Thauer, Wolfgang ; Vodosek, Peter: Geschichte der Öffentlichen Bücherei in Deutschland. - 2., erw. Aufl. – Wiesbaden : Harrassowitz, 1990. – 216 S.

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Fakultative Lehrveranstaltungen

51 838 Doktorandenkolleg : Aktuelle Themen der Bibliothekswissenschaft Doktorand(inn)en

OS 16. u. 17.07.2004 E. Plassmann, K. Umlauf, W. Umstätter

In vereinbarten Abständen treffen sich die Doktorandinnen und Doktoranden zu einem Wochenendseminar (Freitagmittag bis Samstagmittag), auf dem die weniger fortgeschrittenen Promovenden ihre Projekte vor- und zur Diskussion stellen, die fortgeschrittenen Teilnehmer ihr Vorgehen und erste Ergebnisse darlegen und in eine Debatte mit dem Doktorandenkolleg eintreten. Hier werden nicht nur inhaltliche Fragen behandelt, sondern auch arbeitspraktische Aspekte oder die Präsentation des Inhalts erörtert. Über die fachliche Seite hinaus dient das Doktorandenkolleg dem sozialen Kontakt und so auch der persönlichen Stabilisierung in einer besonders arbeitsintensiven Lebensphase. Die Mehrheit der Promovenden des Instituts ist berufstätig in Bibliotheken und Informationseinrichtungen außerhalb Berlins und reist zur Teilnahme an, teilweise aus dem Ausland. In der Regel nehmen von den ca. 50 Promovenden etwa 25-30 an den Treffen teil. Es ist selbstverständlich, dass sich der Kontakt zwischen dem/der einzelnen Doktoranden/in und seinem/ihrem Betreuer nicht auf diese Treffen beschränkt.

51 816 Katalogisierung alter Drucke in lateinischer Sprache

UE Mo 10-12 wöch. DOR 26, 121 K.-P. Mieth

Bei der Katalogisierung alter Drucke in lateinischer Sprache werden zusätzliche Kenntnisse benötigt, die für die Formalkatalogisierung moderner Werke nicht erforderlich sind. Das Regelwerk (RAK-WB) definiert alte Drucke als Ausgaben mit Erscheinungsjahren bis einschließlich 1800. In der Übung soll ein Überblick über die Problemkomplexe, die dieses Schrifttum bei der Formalkatalogisierung bietet, erarbeitet werden. Grundkenntnisse in der Formalkatalogisierung und im Lateinischen wären hilfreich.

LITERATUR:
Fingerprints : Regeln und Beispiele ; nach der englisch-französisch-italienischen Ausgabe des Institut de Recherche et d´Histoire des Textes (CNRS) und der National Library of Scotland / Deutsches Bibliotheksinstitut. Übers. und eingeleitet von Wolfgang Müller. - Berlin : Dt. Bibliotheksinst., 1992. - 66 S.
Regeln für die alphabetische Katalogisierung in wissenschaftlichen Bibliotheken : RAK-WB / Deutsches Bibliotheksinstitut. [Erarb. von der Kommission des Deutschen Bibliotheksinstituts für Alphabetische Katalogisierung (bis 1960) und der Expertengruppe RAK des Deutschen Bibliotheksinstituts (seit 1991). Hrsg. von der Kommission des Deutschen Bibliotheksinstituts für Erschließung und Katalogmanagement. Red. Bearb.: Hans Popst]. – 2., überarb. Ausg. - Berlin : Dt. Bibliotheksinst. - Losebl.-Ausg.
Regeln für die Katalogisierung alter Drucke / erarb. von der Arbeitsgruppe des Deutschen Bibliotheksinstituts "RAK-WB und Alte Drucke". Hrsg. und eingeleitet von Klaus Haller. Deutsches Bibliotheksinstitut. - Berlin : Dt. Bibliotheksinst., 1994. - 125 S. : Ill.
Schmidt, Gerd: Latein für Bibliothekare : eine Einführung. - Wiesbaden : Harrassowitz, 1997. - VIII, 140 S. - (Bibliotheksarbeit ; 3)

51 844 The Library and Information Science and its Professional Protagonists : A Discussion Forum in English.

UE Do 10-12 wöch. DOR 26, 122 K. Witzke

Increasingly more magazine articles, manuals, conference papers and texts of general interest in the field of Information Sciences are available first or exclusively in English. Information Specialist need to have a working knowledge of English. In the course of this seminar students will be introduced to relevant LIS-terminology and practice both oral and written communication. Students will study selected texts - both introductory and current. They will discuss relevant phenomena of our field in English.
Voraussetzungen: Grundkenntnisse der Englischen Alltagssprache und wesentlicher bibliothekarischer Fachbegriffe, Internet-Zugang, email-Account.

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