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Published in: In: Deutscher Dokumentartag 1988 DGD-Schrift (Doktag 1) 4/89 S.589-603(1988)

Was ist Information eigentlich wert?

Walther Umstätter

Nach Slamecka, Taylor sowie Bonnie und King, um nur einige zu nennen, ist es heute eine der wichtigsten Aufgaben der Informationswissenschaft, den Wert der Information zu bestimmen (Bonnie).  Naisbitt geht in seinem berühmt gewordenen Buch "Megatrends" sogar soweit, zu behaupten, daß Karl Marx' veraltete Theorie vom Wert der Arbeit ersetzt werden muß, durch eine Werttheorie des Wissens. Er vertritt ebenso wie viele andere die Ansicht, daß Wissenserzeugung bereits zur Primärindustrie geworden ist. Da heißt es so griffig: "Wir produzieren heute Information in Massen, wie früher Automobile." (Naisbitt).

Ausgelöst wurde diese zunehmend ökonomische Betrachtungsweise der Information in den USA nicht zuletzt durch eine viel beachtete und viel zitierte Studie von Marc Porat, die dieser im Auftrag des US-Handelsministeriums durchführte, und die 1977 zum Ergebnis kam, daß 25,1% des US-Bruttosozialproduktes im primären Informationssektor erwirtschaftet wird. Damit sind Angestellte, Bibliothekare, Computerhersteller, Dokumentare, Drucker, etc. eingeschlossen.

Obwohl wir also mit Information unser Geld verdienen, diese oft teuer bezahlen müssen und nach Naisbitt seit 1956/57 eine Informationsgesellschaft haben, fehlt uns eine Wertbestimmung dieses zentralen Begriffs. Ich möchte hier nicht auf die vielfältigen Versuche eingehen, zu entscheiden, ob Information eine gewöhnliche Ware wie jede andere, eine Superware, ein Gemeingut, öffentliches, halböffentliches, meritorisches oder privates Gut, etc. darstellt. Wir haben hierzu bereits seit 1985 zwei Diplomarbeiten von Barth, W. und Flatow, M. in unserer Bibliothek, die einen Überblick zu dieser Thematik liefern. Außerdem sei an Bysonth Reader vom letzten Jahr erinnert.

Auch die DGD hat bekanntlich im Rahmen der KWID wiederholt mitgeholfen, hierzu einen Beitrag zu leisten und tut dies weiterhin. Dabei spielen drei große Disziplinen eine Rolle:

Informationswissenschaft
Rechtswissenschaft
Wirtschaftswissenschaft.

Es soll daher von dieser Stelle aus versucht werden, einen vorwiegend informationswissenschaftlichen Anstoß zu geben, den Wert einer Information abzuschätzen. In unserem Zusammenhang ist es wichtig, darauf hinzuweisen, daß Geld ein Korrelationsfaktor in unserer Gesellschaft ist. Erschafft Relationen zwischen allen Waren, Gütern oder Dienstleistungen, kurz - allem was käuflich ist. Unter diesem Aspekt beziffert Geld das Spannungsfeld zwischen Angebot und Nachfrage. Wobei dieses Spannungsfeld in erster Linie durch Recht und Gesetz begrenzt wird. So kann ich ein Eigentum an Information nur soweit erwerben, als es vor Diebstahl oder Fremdnutzung geschützt ist. Des weiteren ist jeder Geldwert einer Ware nur eine Frage der Markteinschätzung. Bei der Information ist diese Einschätzung, wie wir noch sehen werden, mit besonders hoher Ungewißheit behaftet. Wie so oft beziffert auch hier Geld den Wert des scheinbar Unbewertbaren.

Information wird meist in Verbindung mit einer Ware verkauft und damit oft mit dieser verwechselt. So kaufen wir z.B. ein Buch und meinen damit auch die Information darin erworben zu haben, die nun uns persönlich gehört. Dies zeigt sich aber nach näherer Überlegung als völlig abwegig, da der Autor eindeutig das geistige Eigentum darauf beansprucht.

Das Buch hat also einen Warencharakter, die Information in ihm deswegen noch nicht.

Noch deutlicher wird es bei einigen Hosts, bei denen man für z.T. recht erhebliche Summen Bits bezahlt, deren Informationsgehalt man zwar zur Kenntnis nehmen, den man aber nur sehr begrenzt weiterverarbeiten darf. Abgesehen von der noch recht unklaren juristischen Sachlage, die zweifellos den Wert stark beeinflußt, kann also Information nicht wie "jede andere Ware" angesehen werden.

Trotzdem weiß jeder, daß Information nicht nur in ihrer Entstehung oft teuer bezahlt werden muß, sondern auch beim Patent, beim Urheberrecht, etc. ihren Besitzer für Geld wechseln kann. Bei Autos, Broten , Elektrogeräten oder Häusern kaufen wir nicht nur Waren oder Güter, wir erwerben sinnvoll eingesetztes Know how, das wir ebenso bezahlen. Wir könnten also problemlos gekaufte Ware analysieren, ihre Information extrahieren und z.B. unerlaubterweise als Plagiat verwenden.

Die am meisten verbreitete Form, Information zu bekommen, ist sicher der persönliche Kontakt von Mensch zu Mensch und damit ist der Mensch auch heute noch der wichtigste Informationsträger überhaupt - trotz Bibliotheken und Dokumentationsstellen. Die Abwerbung oder Einstellung von Fachkräften, das heißt von Personal, sowie die Nutzung von Dienstleistung gehört zu den wichtigsten Informationsquellen unserer Gesellschaft. So gehört das Nutzungsrecht an einem Computerprogramm nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe vom 27.5 1987 (6 U 9/87) dem Arbeitgeber, wenn dieser seinen Angestellten zur Erstellung des Programms beauftragt hat.

Es ist naheliegend, daß in Zukunft das Wissen des Experten, wenn möglich, in Form eines Expertensystems und nicht wie bisher als Arbeitskraft einer Person erworben wird. In besonders starkem Maße kann man Informationstransfer beim sog. brain drain beobachten. Man schätzt, daß zwischen 1821 und 1932 32 Millionen Menschen in die USA einwanderten. In dieser Zeit verließen 52 Millionen Europa. Nach Adams sollen 90% aller Studenten aus Asien, die in den frühen 60er Jahren nach USA kamen, dort geblieben sein. Aus der Abschiedsrede von Theodor Heuss, die er am 11.5.1932 im Reichstag hielt, geht deutlich hervor, daß bis zu den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts, "Jahr um Jahr Hunderttausende mit deutschem Geld geschulter und ausgebildeter Menschen nach Übersee" gegangen sind, um "von dorther Konkurrenz" zu machen. Heuss fuhr damals mit der Bemerkung fort: "das Beste an Rohstoff...was Deutschland besitzt, das ist nämlich nicht seine Kohle oder sein Kali, sondern das Hirn seiner Erfinder, die Ausbildung seiner Menschen, die Konstruktionskraft seiner Ingenieure, die Zuverlässigkeit seiner Leistung im deutschen Facharbeiter, der Wagemut des unternehmenden Kaufmanns."

Die enge Verbindung von Information und Informationsträger ist das eigentliche Problem der Wertbestimmung. Der wiederholte Versuch, den Wert eines Menschen je nach Qualifikation zu bestimmen, ist gängige Praxis, auch wenn er auf erhebliche ethische Probleme stößt.

Abhilfe kann hier nur eine verbesserte definitorische Grundlage des Informationsbegriffs bringen. Wir dürfen weder das Signal, das nicht unbedingt Information beinhaltet, noch die Redundanz, die keine Information im eigentlichen Sinne darstellt, mit der echten Information verwechseln (Steinbuch). Auch die Diskussion über semantische, syntaktische oder pragmatische Information ist zwar aus der täglichen Erfahrung heraus, daß ein Sender bei verschiedenen Empfängern unterschiedlich interpretiert werden kann, verständlich und sinnvoll, sie geht aber am Shannon und Weaver'schen Informationsbegriff vorbei, da eine Information im strengen Sinne für einen Sender und seinen Empfänger eine exakte Entsprechung haben muß. Information ist, von ihrem Alterungsprozeß und der Vergeßlichkeit abgesehen, einmalig. Ihre Kopien entsprechen einer Redundanz, und wer sie beispielsweise durch ein Buch zur Kenntnis nimmt, erzeugt eine neue Kopie, aber keine eigene Information. Dieser Vorstellung folgt im Prinzip auch das Urheberrecht. Schutzgegenstand war nach der Erfindung  des Buchdrucks in den Druckprivilegien noch das Druckwerk und weniger das in ihm verkörperte Geisteswerk. Nach Hallmann überwand die Idee des geistigen Eigentums gegen Ende des 17. Jahrhunderts das System der Privilegien. Mit dem Urheberrecht wird ein zeitlich begrenzter Schutz des Eigentums an Werken der Wissenschaft und Kunst gegen eine unkontrollierte Vervielfältigung rechtlich abgesichert. Voraussetzung ist immer eine persönliche geistige Schöpfung. Dabei muß allerdings berücksichtigt werden, daß das Werk eines Autors meist als geistige Schöpfung angesehen wird obwohl auch er, wie es Newton  ausdrückte, nur auf den Schultern von Giganten steht. Oder anders ausgedrückt, der Eigenanteil neuer Schöpfung und damit wirklicher Information, ein nur minimaler Teil eines gesamten Werkes darstellt.

Noch deutlicher wird der Charakter der Einmaligkeit im Patentrecht. Zur Förderung von Wissenschaft und Gewerbe wird hier dem Erfinder für eine begrenzte Zeit ein ausschließliches Recht der Ausbeutung seiner Idee zugesichert. Information ist also in ihrem Charakter monopolistisch. Während die finanzielle Ausbeutung einiger Informationsarten damit für eine bestimmte Frist juristisch - soweit möglich - gesichert ist, bleibt Information allgemein unbegrenzt ihrem Entdecker zugeordnet. Dies zeigt sich sowohl bei der Namensgebung  von Erfindungen und Entdeckungen als auch beim Zitierverhalten in  wissenschaftlichen Publikationen. Bis zu dem Zeitpunkt, in dem eine Information als wirkliches Allgemeingut sozusagen zu reiner Redundanz wird.

Der Wert von Patentinformation wechselt also vom monopolistisch bestimmten Preis bei der Entdeckung, zum Gemeingut nach dessen  Schutzfrist. Er wird damit weitgehend durch die juristische Festlegung bestimmt, wie lang der gewährte Schutz gilt. Problematisch ist nur, daß viele Informationen, auch wenn sie neu sind, weder unter den Urheberschutz noch unter das Patentrecht fallen. Hier fehlt zum einen die Institution, die prüft, ob eine Idee, eine Theorie oder eine Beobachtung neu ist, zum anderen mangelt es an der Möglichkeit einer praktischen Kontrolle bei Plagiaten und Doppelentdeckungen. Nach Neelameghan  sollen zwischen 1957 und 1967 950 neue Antibiotika beschrieben worden sein, von denen 250 Doppelentdeckungen waren. Dabei muß  man berücksichtigen, daß schon allein durch den Zeitverzug zwischen Entdeckung, schriftlicher Bearbeitung und Veröffentlichung Parallelpublikationen unvermeidlich waren.

Die Literatur ist bekanntlich voller Redundanz, die nicht selten zwangsläufig als Information gewertet wird, da die Originalinformation entweder schlecht dokumentiert ist und in der Literaturflut unterging oder möglicherweise in einer ungebräuchlichen Sprache vorliegt. Es mag auch an der zu niedrigen Auflage oder der unzureichend ausgestatteten Bibliothek liegen, die zur Verfügung steht. Der heutige Informationsfluß ist ein weitgehend statistisch bedingter und nicht, wie man erwarten sollte, ein sauber, vom Erzeuger zum Verbraucher gesteuerter Strom. Insbesondere in den Bereichen, die wenig direkte finanzielle Ausbeute versprechen, sondern eher Vorstufen zu weiteren Informationen darstellen, beobachten wir in der Literatur ein geradezu mehrheitsbedingtes Abstimmen über die Akzeptanz von Paradigmen. Hier wirkt weniger die Information für sich, als vielmehr die Information darüber, wie viele und welche Autoren eine Information für wahr halten. Der Empfangskanal wird sozusagen durch eine Vielzahl von verschiedenen Sendern gestört.

Damit kommen wir zu dem Problem des Wahrheitsgehaltes einer Information. Da eine absolute Wahrheit nach menschlichem Ermessen nicht sichergestellt werden kann, besteht immer die Möglichkeit, daß eine Information falsch ist. Hier ist nicht die Lüge oder Irreführung gemeint, sondern lediglich der Mangel an vollkommener Sicherheit. Obwohl wir also keine Garantie für den Wahrheitsgehalt einer Information haben, müssen wir trotzdem davon ausgehen, daß Information im eigentlichen Sinne wahr ist.

Erst das Denken und das logische Folgern beim Vergleich von Informationen gibt uns die Möglichkeit, über das Wissen als kausal verknüpfter Information, dies auf ihren nachprüfbaren Wahrheitsgehalt zu untersuchen. Dabei muß aber zunächst  jede Information, die uns von außen erreicht, als gleichwertig wahre Information behandelt werden. Die Tatsache, daß der größte  Teil der sogenannten Information, der uns täglich erreicht, aus Redundanz, Unsinn, Noise oder Rauschen, und damit aus Unbrauchbarem besteht, reduziert den durchschnittlichen Wert der Information meist auf einige Promille dessen, was die Information selbst wert ist. Dies ist insbesondere im Bereich der Fachinformation bedeutsam.

Der Besuch einer Bibliothek macht dies deutlich. Das Angebot von tausenden von Seiten publizierter Information müßte hier täglich durchforstet werden. Für einen Fachmann ist davon nur sehr wenig verwendbar, da er sein Spezialgebiet weitgehend kennt. Für den Laien ebenso, da er nur sehr wenig versteht, bzw. als Information identifiziert.

Ein weiterer wichtiger Grund für die Reduktion des Wertes einer durchschnittlichen fachlichen Information liegt darin, daß wir grundsätzlich zwischen zwei Arten der Information unterscheiden müssen.

A. Information, die bei ihrer Verbreitung dem Urheber einen Gewinn oder Vorteil bringt - z.B. Reklame

B. Information, deren zunehmende Verbreitung für den Urheber einen Verlust bedeutet - z.B. die Kenntnis von einem Schatz.

In den meisten Fällen handelt es sich bei publizierter Literatur um Informationen der Kategorie A. Da Wissenschaftler in erster Linie publizieren, um für sich und ihre Paradigmen zu werben. Dabei gewährleistet ein wirtschaftlich geführtes Verlagswesen, daß das Interesse der Leser noch immer groß genug bleibt, um die Kosten der Vervielfältigung zu tragen. Die zunehmende Zahl an Publikationen, die der Autor selbst mitfinanziert, wie beispielsweise bei renommierten Zeitschriften mit "pagecharge", macht deutlich, wie stark das sog. "publish or perish" und wie gering der Informationswert allgemein eingeschätzt wird.

Es ist auch für die Fachinformation der Kategorie A typisch, daß sie über weite Strecken absichtlich falsch ist. Da werden nicht selten unter dem Deckmantel einer Pseudowissenschaftlichkeit aufsehenerregende Theorien, einmalige Beobachtungen oder ungeahnte Wirksamkeiten von Produkten publiziert, die sich erst nach langwierigen Untersuchungen als Unsinn herausstellen. Die Diskussion über diese Problematik ist nicht neu und unterstützt nur das Wort von Clausewitz: "Die meisten Nachrichten sind falsch." In diesem Bereich hat Information sogar einen negativen Wert, d.h. sie kostet Geld, das jeder Konsument mit einkalkulieren muß, um an die Information zu kommen, die er wirklich erwerben will.

Information ist also, im Gegensatz zu anderen Waren oder Gütern, sehr viel ungenauer im Wert bestimmbar. Bei der Abschätzung über die Rentabilität einer Maschine beispielsweise ist es (bei ausreichender Information darüber) relativ einfach, deren Amortisation zu berechnen. Dagegen kann eine Information erst eingeschätzt werden, wenn man sie schon besitzt und zumindest durch den notwendigen Zeitaufwand bezahlt hat. Angebot und Nachfrage verschieben sich auf dem Informationsmarkt insbesondere durch die Tatsache, daß das Angebot an Reklame übermächtig über das Angebot an nachgefragter Information der Kategorie B dominiert. Dabei kann Information der Kategorie B, trotz eines hohen Bedarfs, zum Teil gar nicht nachgefragt werden, da ihre Existenz noch unbekannt ist. Jeder Informationsvermittler steht bei seinen Recherchen vor der Frage, ob eine gesuchte Information schon publiziert ist, erst "erfunden" werden muß oder möglicherweise gar nicht existent werden kann.

Dabei ist es wichtig, sich deutlich vor Augen zu halten, daß die Kosten für die Informationsgewinnung bzw. ihre Wiederauffindung nichts mit dem Wert zu tun haben, den die Information besitzt, wenn sie zum Verkauf steht. Andererseits müssen selbstverständlich Kostenabschätzungen, die auf Erfahrung und Wahrscheinlichkeit beruhen, getroffen werden bevor eine Informationssuche in Angriff genommen wird. Spektakulär war dabei  "Big Science" wie das berühmt berüchtigte "Manhattan-Projekt" von 1942 oder das "Apollo-Programm" der 60er Jahre. Bei der weltweiten Krebsbekämpfung ist man dagegen bekanntlich, trotz großer finanzieller Anstrengungen, noch nicht sehr weit fortgeschritten. Es ist das Merkmal von Grundlagenforschung, daß der positive oder auch negative Wert dieser Informationsgewinnung völlig unabsehbar ist und daher auch nur von einer breiten gesellschaftlichen Basis getragen werden sollte.

An dem hohen Risiko der Informationsgewinnung bzw. - Wiederauffindung wird ein weiterer wichtiger Punkt deutlich. Die Frage, der wir uns gegenübergestellt sehen, ist nicht nur die hohe Unbestimmtheit des Wertes von Information, dieser ergibt sich bei  einem freien Markt durch das Geld automatisch, die eigentliche Frage ist, wer dafür bezahlen muß.

Die Verbreitung der Information über eine Muttersprache liegt eindeutig im Interesse eines Staates, da dieser nur auf der Basis einer gemeinsamen Sprachkommunikation existieren kann. Dies ist  der logische Grund für die staatliche Finanzierung von Grundschulen. Da sich in den letzten Jahrzehnten auch in der breiten Bevölkerung die Erkenntnis durchgesetzt hat, daß eine höhere Bildung erhöhten Lebensstandard und Prestige bedeuten, sinkt die Bereitschaft des Staates, Information zu finanzieren, da die Privatpersonen zunehmend in Informationsgewinn investieren. Diese Entwicklung ist naheliegend und könnte leicht als der Übergang zur Informationsgesellschaft gewertet werden. Eine andere Frage ist jedoch, ob diese Tendenz volkswirtschaftlich begrüßenswert ist.

Auch die allgemeine Einführung einer Schulpflicht und die Lehrmittelfreiheit haben sich nur langsam durchgesetzt, bis sich zeigte, daß ein allgemeiner Wohlstand auch eine allgemeine Bildungsbasis erfordert. Wir müssen also fragen, welche Art von Information weltweit, europaweit, staatlich, landesweit, von Interessengruppen, Firmen oder privat bezahlt werden muß. Dabei sollte der Vorteil des Gesamtsystems deutlich über Einzelinteressen stehen, wenn diese nur auf ihren Vorteil bedacht sind. Es ist verständlich, wenn auf die Frage, was sollte eine Online-Recherche kosten, derjenige, der genug Forschungsgelder hat, den Preis höher ansetzt, als der Wissenschaftler ohne Meriten. Wissenschaft ist ein Wettbewerb und der unterbundene Zugang zu den Informationsquellen für die anderen ist mein Vorteil. Dies erklärt Reports und Tagungen für einige tausend Mark, es macht verstellte Bücher in Bibliotheken verständlich und hilft einzusehen, warum mancher Nutzer mit guten Erfahrungen bei einer Informationsvermittlungsstelle dies nicht weitersagt.

Diese Situation führte in den letzten Jahren auch zu der Taktik, den Wert von Information dadurch zu heben, daß man den Zugang erschwert, in dem man den Preis erhöht. Auf lange Sicht führt dies jedoch nur zu einer inflationären Wirkung. Man denke nur an die Ölpreiserhöhung durch die OPEC-Staaten. Es zwingt die Nutzer, andere Wege zu gehen, das heißt auf andere Quellen zurückzugreifen und es verringert den Fortschritt. Eine reale Abschätzung der Kosten des Informationserwerbs ist also unumgänglich. Die Information eines Vortrags wird nicht dadurch erhöht, daß die Teilnahme 100,- DM kostet. Der Wert erhöht sich aber für die Teilnehmer durch die zunehmend elitäre Beschränkung. Dies funktioniert allerdings nur, wenn diejenigen, die sich hier treffen, echte Information haben, die dieses Geld auch wert ist und daran gibt es immer wieder Zweifel.

Die Begrenzung des Zugangs zu allgemein interessanter Information  ist aus zwei Gründen sehr schwierig:

1. Da Information bei Bedarf meist mehrfach originär erzeugt werden kann - man denke nur an die vielen Mehrfachentdeckungen.

2. Da die Herstellung von Kopien immer schwerer unterbunden werden kann - nicht nur bei Compterprogrammen.

Der Kauf von Information ist weitgehend Vertrauenssache. Darin liegt auch die große Favorisierung bestimmter Autoren und Verlage. Glaubwürdige Wissenschaftler wachsen ebenso allmählich wie zuverlässige Informationsvermittler. Sie müssen aus der großen Summe derer herausgefunden werden, die, nur ihres eigenen  Vorteils Willen, unser Vertrauen zu erschleichen suchen.

Durch die Auswahl zuverlässiger Informanten wie Autoren begrenzen  wir die Zahl der Sender.

Die Kapazität jedes Einzelnen, Information aufzunehmen, ist insbesondere durch die Zeit begrenzt. Nach Martin und Ackoff liest ein Chemiker etwa 5,5 Stunden pro Woche Fachliteratur. Dagegen schätzt Donald King die durchschnittliche Leseleistung von Wissenschaftlern und Ingenieuren sogar auf nur 1,6 Stunden pro Woche. Dabei geht man von größenordnungsmäßig 10 regelmäßig gelesenen Zeitschriften des jeweiligen Fachgebietes aus, die etwa die Hälfte des gesamten Lesestoffes ausmachen. Die gesamte Leseleistung wird auf etwa 100 Aufsätze, 40 Reports und 15 Bücher pro Jahr geschätzt (Griffiths). Bei diesen Beobachtungen wird allerdings oft unterschätzt, daß viele Wissenschaftler beim sog. "screening" eher im Bereich von 100 Zeitschriften liegen. Durch die Verschiebung der Bezahlung von den staatlich finanzierten Bibliotheken hin zu den privaten Haushalten erfolgt daher auch eine stärkere Konzentration auf weniger Informationsquellen, die allerdings entsprechend genauer gesichtet werden können. Die Folge ist, daß

1. die Wissenschaftler Gefahr laufen, immer weniger über den sog. Tellerrand hinaus zu blicken.

2. die sammelnde, ordnende und verfügbarmachende Tätigkeit der Bibliothekare und Dokumentare den Wissenschaftlern überlassen wird, die diese mit ihrer Zeit bezahlen.

Je mehr Information ein Empfänger bereits erhalten hat, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit an hinzukommender Redundanz. Für den Wissenschaftler bedeutet dies einerseits die Notwendigkeit, mehr und mehr Quellen durchsehen zu müssen, um auf Information zu stoßen, andererseits kann er z.B. Zeitschriften sehr viel schneller sichten als ein Laie, da er auf weitgehend bekanntes trifft. Damit ist klar, daß große Bibliotheken und umfassende Dokumentationssysteme für Spitzenwissenschaftler wichtiger sind als beispielsweise für Studenten. Die Verschiebung des Informationserwerbs von den großen Bibliotheken auf die privaten Haushalte vermindert also die Förderung der Spitzenforschung.

An dieser Stelle müssen wir zwischen zwei Kostengründen unterscheiden.

A. Information, die, wie bei Patenten, bezahlt wird, und von der wir bereits bemerkten, daß sie monopolistisch ist.

B. Information, die publiziert, und damit einem Allgemeingut entsprechend, jedermann kostenlos zugänglich ist, und bei der wir in erster Linie für die Suche und Auffindung bezahlen.

Diese Kategorie B. ist hier von besonderer Bedeutung. Zu ihr gehören Bücher und Zeitschriften, die wir eigentlich nur erwerben, um in ihnen nach Informationen zu suchen. Dabei spielt der Kaufpreis eines Buches im allgemeinen eine untergeordnete Rolle gegenüber den Personalkosten, die beim Auffinden und Lesen entstehen.

Rechnet man für einen akademisch ausgebildeten Leser 30.- DM pro  Stunde und 20 Stunden Zeit für die Auffindung und das Studium einer Information in einem Buch, so liegt der Anteil des reinen Kaufpreises bei etwa 10 Prozent. Dabei muß berücksichtigt werden, daß man zeitweilig ganze Stapel von Büchern oder auch Zeitschriftenbänden sichten muß, um auf eine relevante Information zu stoßen.

Ähnlich verhält es sich beim Besuch von Tagungen. Hier herrscht noch weitgehend der Tauschhandel vor. Weshalb in zunehmendem Maße diejenigen, die weit mehr zu geben, als zu erhalten haben, ihr Kommen auch von einer finanziellen Vergütung abhängig machen.

Vom informationstheoretischen Standpunkt läßt sich die Situation des Literaturstudiums wie folgt verstehen. Ein Sender verschickt neben Information erhebliche Mengen an Redundanz, um die Probleme des Rauschens im stark gestörten Übertragungskanal zu kompensieren. Der Empfänger muß also bildlich gesprochen die Spreu  vom Weizen trennen. Wir kaufen damit zentnerweise Spreu und hoffen auf ein paar Weizenkörner.

Um diese Situation zu verbessern läßt sich die sachliche Aufstellung in einer Bibliothek nutzen, wodurch sozusagen nur noch Sender ausgewählt werden, bei denen der Anteil an Spreu (Noise) geringer ist. Einen weiteren Fortschritt in dieser Richtung bietet das Onlin-Retrieval mit seinem logischen Filtermechanismus. Es ist bemerkenswert, daß nicht die Qualität solcher Systeme zu einer erhöhten Nutzung führen, sondern in erster Linie die Verfügbarkeit (Matheson). Auch für Bibliotheken läßt sich eine eindeutige invers-proportionale Abnahme der Nutzung mit zunehmender Entfernung feststellen. Das heißt, daß die Wahrscheinlichkeit, eine Information aus einer Bibliothek zu holen, sehr viel rascher als linear absinkt.

Dies stimmt mit dem zeitlichen Aufwand überein, der notwendig ist, um eine Bibliothek zu besuchen. Es ist leicht einzusehen, daß die Überwindung einer Entfernung von 100 Metern zu einer Bibliothek weit mehr als 10% dessen erfordert, was wir für 1 kM oder weit mehr als 1% dessen, was wir für 10 kM brauchen, da wir vermutlich bei 1 kM zum Fahrrad greifen und bei 10 kM zum Auto. Wir können daher auch hier davon ausgehen, daß es in erster Linie die Personalkosten sind (d.h. die persönlich zu opfernde Zeit), die der Informationssuchende abschätzt, bevor er aktiv wird.

Hatte man in den 60er Jahren die moderne Dokumentation der 3. Computergeneration noch mit der Argumentation begründet, Doppelarbeit zu reduzieren, wenn nicht sogar zu verhindern, so gilt heute vielmehr, daß die moderne Dokumentation der 4. und 5. Computergeneration in einer Electronic Library Personalkosten erspart, indem der Zugang zur echten Information erleichtert wird.

Dieser Vorgang konnte in den frühen Zeiten der Online-Recherchen nicht ausreichend zur Wirkung kommen, da das Online-Retrieval zwar die Suchzeit verringerte, aber dabei das Problem der Dokumentenbeschaffung kaum beeinflußte. Damit waren zeitweilig die gewonnen Vorteile obsolet und es zeichnete sich der Zwang zum Online-Ordering und zum Volltextangebot ab. Einschlägige Untersuchungen wiesen in den 70er Jahren nach, daß die Rechenkosten zunehmend unter die Personalkosten sanken (Elchesen).

Da der Preis einer Ware insbesondere durch die Substituierbarkeit bestimmt ist, d.h. durch die Frage, wieweit kann ich das Angebot durch eine billigere Alternative ersetzen, ergibt sich im Wettbewerb zwischen dem Informationsangebot klassischer Bibliothek und Elektronischer Bibliothek die Frage der Übertragungskosten in Relation zu den Personalkosten einer Anfahrt. Dabei sollte man nicht unterschätzen, um wieviel höher der Informationsgehalt vieler Bibliotheken gegenüber dem der Hostangebote ist. Wodurch letztendlich oft der Bibliotheksbesuch trotzdem wieder notwendig wird. Außerdem muß man sich im klaren darüber sein, wie häufig auf den Besuch einer Bibliothek, trotz hoher Notwendigkeit, verzichtet wird, da man den Aufwand des Bibliotheksbesuchs wiederum zu substituieren versucht. Bibliotheken erbringen schätzungsweise eine Zeitersparnis von 10% für die Wissenschaftler (Blagden).

Kurz gesagt: Online-Zugriff wäre oft wichtig, unterliegt aber dem Bibliotheksbesuch, während dieser wiederum durch Besuch von Tagungen, Studium von Zeitschriftenumläufen, etc. substituiert wird. Der Markt zeigt also klar und deutlich, daß sowohl Dokumentationen als auch Bibliotheken trotz Subventionen zu teuer sind, da die Personalkosten, die beim Benutzer anfallen, noch immer zu hoch liegen. Für die oft zu beobachtende Fehleinschätzung des Informationswertes kann man mehrere Gründe identifizieren.

1. Die Tatsache, daß Information, Noise und Redundanz oft von ihren Anbietern in gleichem Maße wertmäßig berechnet wird, als handelte es sich immer um wirkliche Information. Ein Beispiel hierfür findet man bei der King Research Inc. (Bonnie), die meint, daß ein Aufsatz, für den man bereit ist, $36 zu zahlen, etwa $385 Forschungsersparnis bringt. Entsprechend wird auch beim Department of Energy geschätzt, daß mit $500 Mio. für Informationsverarbeitung und Nutzung 1981 über das Zehnfache an Ersparnis erreicht wurde. Wenn dem so wäre, fragt man sich, warum nicht weit mehr in diesen Bereich der Informationsbeschaffung investiert wird. Ich meine, daß hier der Anteil an Noise und Redundanz bei weitem unterschätzt wird. Interessant ist, daß King Research trotzdem zum Ergebnis kommt, daß die Preise so niedrig als möglich gehalten werden sollten und daß das Department of Energy gut daran täte, eine zentrale Informationsversorgung mit möglichst einfachem Zugang zu konzipieren.

2. Durch den Mangel an Unterscheidung in der Frage, wer für die Kosten der Information aufkommt. Da macht oft und gern das Wort Subvention die Runde, obwohl es lediglich um eine gerechte Verteilung der Lasten geht. Wenn beispielsweise Friedmann darauf hinweist, daß man fremdes Geld leichter ausgibt als das eigene, so sollte man nicht vergessen zu sagen, daß man auch nur dann Geld einer Gemeinschaft verwalten sollte, wenn es nicht um eigene Interessen geht, sondern um die der Gesellschaft. Die Erfahrung hat, im Gegensatz zu häufig anderslautenden Vermutungen, eindeutig gezeigt, daß das Interesse an Fachinformation, auch wenn sie kostenlos angeboten wird, nicht so groß ist, als daß es zu Mißbrauch gekommen wäre (Umstätter). Wissenschaftliches Interesse in einem Forschungslabor sollte man wirklich nicht mit dem privaten Interesse von Personen verwechseln, auch und gerade dann nicht, wenn sich diese voll engagieren. Dies tut die Industrie ebensowenig wie es diejenigen taten, die die Etats von Universitätsbibliotheken einrichteten. Darum kommt es auch heute besonders darauf an, die Substitute der Informationsquellen über die gleichen Entscheidungsträger abzuwickeln und nicht in den Fehler zu verfallen, neben Rechenzentren, Dokumentationsstellen und Bibliotheken auch Abteilungsleiter unkorreliert Redundanz statt Information erwerben zu lassen. Nur wer vergleichend die Preise studiert und Kosten-Analysen durchführt kann zu einer realen Einschätzung kommen.

3. Da Information ihrem Charakter nach, zumindest zeitweilig, monopolistisch ist, und daher oft versucht wird, dieses Monopol zu brechen. Auch bei Monopolen lassen sich begrenzt Quasisubstitute auffinden bzw. durch moderne Technologie erzeugen.

4. Durch die oft schwierige Kontrolle des Informationsbesitzes und des Diebstahls geistigen Eigentums, die den Wert stark reduziert. Durch den Mangel an Definition dessen, wann eine Information wirklich neu oder nur graduell anders ist, d.h. durch die fehlende Quantifizierung von Denkeinheiten, ist Sicherung des Eigentums nur in sehr geringem Maße gegeben. Es wäre allerdings denkbar, in Modellen, die in weltweiter Zusammenarbeit von Wissenschaftlern aufgebaut werden, Informationen so zu kennzeichnen, daß sie jeweils ihrem Urheber zugeordnet werden können. Dies entspräche sozusagen dem Zitierverhalten in der Literatur. Würde sich aber in dem wesentlichen Punkt unterscheiden, daß nur Informationen akzeptierbar sind, die dem Modell entsprechen. In Konkurrenz könnten verschiedene Modelle bzw. Simulationen ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen.

5. Da oft die Tatsache übersehen wird, daß teuer erworbene Information nicht nur "wertlos" sein kann, sondern zeitweilig in ihrer Folge zusätzlichen Kosten erzeugt.

Schluß:

Wir müssen bei der Einschätzung des Wertes von Information verschiedene Formen unterscheiden:

Bei der Information, die vorwiegend vom Sender bezahlt wird, weil sie Reklame für diesen beinhaltet, bzw. weil ihre Verbreitung in dessen Interesse liegt, ist klar, daß ihre Kosten unter den Einkünften liegen müssen, die sie schätzungsweise direkt oder indirekt hervorbringen. Hierzu zählt z.B. Werbung für ein Produkt, einen Fachmann, eine gemeinsame Sprache, ein Paradigma oder eine gemeinsame Idee.

Bei der Information, die vorwiegend vom Empfänger bezahlt wird, da sich dieser einen privaten Vorteil verspricht. Dazu gehören Kosten für den eigentlichen Informationserwerb vom Eigentümer, für die Auffindung und Perzeption derselben sowie mögliche Folgekosten. Typische Beispiele sind: Patente, Urheberrechte, oder der moderne Scheckheftjournalismus. Ihr Wert wird stark durch die Monopolstellung des Verkäufers bestimmt aber auch durch  die z.Z. noch mangelhafte Überwachung geistigen Eigentums und durch die Substituierbarkeit. Bei dem verbreiteten Allgemeingut Information solche, die erst erfunden bzw. entdeckt werden muß oder die, die wir aus dem allgemein zugänglichen Langzeitgedächtnis der Gesellschaft heraus wieder in Erinnerung rufen müssen. Ihr Wert ist oft völlig unbestimmbar, da wir anfangs gar nicht wissen, ob die gesuchte Information überhaupt existiert. In allen Fällen spielt die Dokumentation eine fundamentale Rolle. Sie vermag dazu beizutragen, daß der meist übermäßige Strom an Reklame reguliert werden kann, Substitute leichter auffindbar sind, geistiges Eigentum leichter identifizierbar ist und daß das Erinnerungsvermögen der Gesellschaft an Zuverlässigkeit gewinnt.

In diesem Sinne ist moderne Dokumentation das Sammeln von Fragen wie:

von wem stammt die Information,
was kostet diese Information,
welche Information ähneltdieser,
wo liegt der Einsatzort dieser Information,
wer hat ein Interesse an dieser Information,
was bewirkt diese Information?

Programmierer und Informatiker beschäftigen sich heute mit vielen Fragen, die wir im Bereich der Informationswissenschaft ansiedeln. Der hier angesprochene Themenkreis dürfte aber völlig andere Qualifikationen erfordern. Fähigkeiten, die bei der Erstellung eines Thesaurus wichtig sind, wenn man diesen als einen Fragenkatalog auffaßt, der die speziellen Interessenprofile seiner Nutzer widerspiegelt.

Ein solches System, daß oft Expertensystemen oder Simulationssystemen ähneln dürfte, reduziert nicht nur die hohen Kosten für den Informationserwerb, es bestimmt diese auch in erheblichem Maße mit.

Die Einheit der Information, das Bit, unterscheidet sich von anderen Einheiten, in denen wir den Warenwert angeben, dadurch, daß es nicht linear skaliert ist. Ein Liter, Kilogramm, Meter oder Stück einer Ware ist etwa halb so teuer wie zwei Liter, Kilogramm, Meter oder Stück der gleichen Ware. Beim Bit ist dies bekanntlich völlig anders, jedes Bit neuer Information kann den gesamten Informationswert der vorherigen Bits völlig zunichte machen oder auch potenzieren. Diese Tatsache verändert unseren Wertbegriff fundamental.

Literatur:

Adams, W.: The brain drain
Macmillan , N.Y. (1968)

Barth, W.: Die Diskussion in der Fachliteratur um den Warencharakter von Information.
Hausarbeit zur Prüfung für den gehobenen Dienst an wissenschaftlichen Bibliotheken und Dokumentationseinrichtungen. Köln (1984)

Bysonth, P.: The Economics of Online.
Taylor Graham, London (1987)

Blagden, J.: Do we really need libraries?
Saur, Bingley, München (1980)

Bonnie, C.C.; King, D.W.: Value of Information.
College Inf. Studies, Drexel Uni. S.39-60 (1987)

Elchesen, D.R.: Cost-Effectiveness Comparison of Manual and On-line Retrospecitve Bibliographic Searching.
JASIS 29(2) S.56-66 (1978)

Flatow, M.: Die Diskussion in der Fachliteratur um den Warencharakter von Information.
Hausarbeit zur Prüfung für den gehobenen Dienst an wissenschaftlichen Bibliotheken und Dokumentationseinrichtungen. Köln (1984)

Griffiths, J.-M.; King, D.W.: The contribution of online database services to the productivity of their users.
10th Onl. Inf. Meeting '86 S.69-76 (1987)

Hallmann, U.C.: Urheber- und Verlagsrecht.
Goldmann, München (1980)

Heuss,T.: Erinnerungen 1905-1933
Deutscher Bücherbund, Stuttgart S.386 (1963)

King, D.; McDonald, D.D.; Roderer, N.K.: Scientific Journals in the United States. Their Production, Use, and Economic's.
Hutchinson Ross publ. Comp., Stroudsburg (1981)

Martin, M.W.; Ackoff, R.L.:
Manag. Sci. 9 S.322 (1963)

Meadows, A.J.: Communication in Science
Butterworths, London (1974)

Naisbitt, J.: Megatrends
Heyne, München (1985)

Neelamegham, A.: Discovery, duplication, and documentation:  A case study.
Lib. Sci. 5(3) S.264-288 (1968)

Steinbuch, K.: Automat und Mensch. Auf dem Weg zu einer kybernetischen Anthropologie.
Springer Verl., Berlin S.13ff (1971)

Umstätter, W.; Rehm, M.:Die Universitätsbibliothek als Informationsvermittlungsstelle - Teil 2: Zwei Jahre nach Einführung von Gebühren.
Nachr. f. Dokum. 33(3) S.109-110 (1982)


Last update: 2. July 1997 © by Walther Umstaetter