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Published in: Bibliothek in Forsch. u. Prax. 14 (1) S.91-91 (1990)

Hildreth, C.R.: Intelligent Interfaces and Retrieval Methods for Subject Searching in Bibliographic Retrieval Systems.

Cataloging Distribution Service, Library of Congress, Washington 1989

Rezension von Walther Umstätter

Der cds (Cataloging Distribution Service ) der Library of Congress veröffentlicht hier die zweite Arbeit im Rahmen der Reihe "Advances in Library Information Technology". Verfasser ist Charles R. Hildreth von der READ Ltd., einer Beraterfirma in Bibliotheks- und Informationssystemfragen. Hildreth beschäftigte sich sozusagen von Anfang an mit OPAC-Systemen und ihrer Beurteilung und ist für die EG mit einer Studie über "Library Automation in North America" tätig geworden. Einen Ausschnitt aus diesem Fragenkomplex trug er auch 1987 auf dem 10ten Symposium der Universitätsbibliothek in Essen ("International Library Cooperation") vor.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es eine Übersicht über die sog. intelligenten "frond end" Systeme bei Online Public Access Catalogs (OPAC's) zu gewinnen. Dabei kommt der Autor zum Ergebnis, daß die meisten der verfügbaren Systeme in ihren Möglichkeiten noch recht begrenzt sind. Anhand von Beispielen wie dem Dartmouth College OPAC, GEAC, LCS OPAC, Libertas, MELVYL, NOTIS, PALS und TINlib werden im 2. und 3. Kapitel die Hilfen und insbesondere die Grenzen der heutigen OPAC's aufgezeigt. Dabei ist zu unterscheiden zwischen der ersten Generation, die noch recht unzulängliche Retrievalfähigkeiten aufwies, der zweiten Generation,zu der die oben genannten Beispiele gerechnet werden und der dritten Generation, die sozusagen eine intelligente Mensch-Maschine-Schnittstelle mitbringt. Zu dieser werden Systeme wie CITE von der NLM, OKAPI-86, LaserGuide oder der "Intelligent Catalog" von BiblioFile gerechnet. Nach Doszkocs, der bei NLM selbst aktiv an entsprechenden Entwicklungen mitgearbeitet hat, gehören Systeme mit Bool'scher Logik und invertierte Dateien der Geschichte der 60er und 70er Jahre an. Forscher des Information-Retrievals haben seiner Ansicht nach inzwischen die Unschärfe und die Natur des Information- Retrieval-Prozesses erkannt. Wahrscheinlichkeitsretrieval mit Relevanz-Rückkopplung ist daher zunehmend in der Entwicklung und bestimmt das IIR (Intelligent Information Retrieval). So bietet OKAPI (der Polytechnic University of Central London) eine Suche auf Fragen hin, die in freier natürlicher Sprache gestellt werden können. Beispiel: "employment of women during the first world war". Dabei ist OKAPI in der Lage beispielsweise bei "employment" von sich aus auch unter "working" zu suchen. Die sog. NLQP (Natural Language Query Processors) könne an OPAC's angepaßt werden.

Eine weitere bekannte Suchhilfe besteht darin, den Endnutzer angebotene relevante Dokumente markieren zu lassen um dann automatisch nach entsprechenden Dokumenten zu recherchieren.

An der University of Aberdeen (Schottland), wird z.Z. mit einem grafischen Thesaurus experimentiert. Ohne Zweifel bieten sich Computer in absehbarer Zeit mehr und mehr für grafische und bildliche Anwendungen an. Mit KIM (Knowledge Information Mapping) versucht man die herkömmlichen linear alphabetischen Thesauruskonzepte zu überwinden und stattdessen eine visualisierte Form des Thesaurus anzubieten.

Auf den 120 Seiten werden über 20 OPAC's und IIR's mehr oder minder ausführlich behandelt und ein klarer Trend herausgearbeitet.


Last update: 23. May 1997 © by Walther Umstaetter