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Published in: ABI-Technik 11 (4) S.277-288 (1991)

Wäre es nicht langsam Zeit, die Informationstechnologie in der bibliothekarischen Sacherschließung etwas ernster zu nehmen?

Ein Wort zur RSWK.

Walther Umstätter, FHBD Köln

Millionen D-Mark werden jährlich in die Planung  einer Utopie gesteckt,  die einen Universalthesaurus auf der Basis der RSWK (Regeln für den Schlagwortkatalog)  zum Ziel hat. Ein Erschließungssystem,  das sich  nochimmer an  gedruckten Katalogen orientiert. Statt  einer breiteren Indexierung sind  Bibliothekare gezwungen, Zeit und Geld für eine überholte intellektuelle Arbeit, für Koordination  und  für  eine  merkwürdige  Diskussion  über  das enge Schlagwort,  aufzuwenden. Als Ergebnis finden wir bei der Recherche auf der CD-ROM-Version von BIBLIODATA lediglich 0,35 hilfreiche  Schlagwörter  der RSWK  pro Dokument,  mit so unspezifischen Begriffen wie Biologie   und Mensch.  Als Konsequenz eruieren wir also schätzungsweise 90%  der  Treffer einer  Online-Recherche in
BIBLIODATA aus den Titeln.  Währenddessen entsteht in  vielen Bibliotheken ein zunehmendder  Mangel  an  Erfahrung,  Kenntnis und Wissenschaft in  der Indexierung  online-verfügbarer Datenbanken, die von Bibliothekaren produziert  werden könnten,  und ganze Bücher können weiterhin mit maximal fünf indizierten Themen gesucht werden.  Die wirklich moderne  Informationstechnologie ist allgemein verfügbar und sollte  zumindest in  einigen Bibliotheken nun
auch Anwendung finden.
 

Abstract:

Isn't it time to give information technology the proper consideration for library subject cataloguing ?  A word to the RSWK.

Millions of  Deutschmarks  are offered every year  for  a planned utopia of a universal thesaurus,  created by the  RSWK (rules for subject  cataloguing)  -  A  subject cataloguing system  which is still prepared for printed catalogues.  Instead of a better depth indexing,  many librarians are compelled to spend  time and money for old fashioned intellectual work,  coordination, and a strange discussion about the narrowness of terms.   As a result:  We find only   0.35  keywords per record from RSWK   which are helpful by searching the CD-ROM version of BIBLIODATA,  and unspecific terms like biology or  human  are  used  as  keywords.  In consequence, roughly 90%  of  all  hits  has  to  be  retrieved  by  free text searching in  the titles.  At  the  same  time  we  have  in many
libraries  a  great  lack  of  common  experience,  knowledge and investigation in indexing online accessible databases, created by librarians,  and whole  books can be  found only by a  maximum of five topics.Real  modern  information  technology  is commonly available and should be adopted by at least some libraries now.
 

1. Vorbemerkung

Es gibt kaum eine deutsche Bibliothekszeitschrift  die sich nicht mit Fleiß an der Diskussion  über die RSWK beteiligt.  Dabei geht es meist um  die Fragen,  ob,  wie und wodurch man sie verbessern könnte. Insbesondere der Vergleich mit anderen Katalogen früherer Zeit erfreut sich  großer  Beliebtheit.  Die Frage,  ob man heute noch,  im Wechsel von der 4. zur 5. Computergeneration, überhaupt soviel Personalkapazität an einem  papierorientierten System noch verschwenden sollte,  wird weitaus seltener  gestellt.  Allein an der  Bayerischen Staatsbibliothek  dürften sich  die Kosten dafür auf rund eine dreiviertel  Million pro Jahr  belaufen. Sogar wenn
man weit über achtzig Prozent dieser Kosten für  die täglich notwendige  Sacherschließung  abrechnet,  blieben  allein  hier rund 100.000  DM Personalkosten pro Jahr,  die vermutlich sinnvoller in moderne Sacherschließung investiert werden könnten.   Rechnet man dazu noch die Kosten in der  DB,  im dbi, in den Planungsgremien, in allen beteiligten Bibliotheken  im In-  und Ausland (denen man Hoffnung auf ein zukunftsicheres Erschließungssystem  macht), so-
wie die der Ausbildungsstellen hinzu,  so wird es  kaum vorstellbar, wie diese Summen auf Dauer verantwortbar sein sollen.

Doch im Gegenteil,  es wird einfach behauptet, die RSWK "sind für EDV-gestützte Kataloge geeignet (auch für Online-Recherchen), was bei älteren Regelwerken naturgemäß  nicht zu  erwarten ist." (1). An welcher Stelle allerdings sich die RSWK  bei Online-Recherchen in  der DB  als besonders  geeignet  erwiesen  hätte,  war bisher schwer  zu  zeigen.  Die  hier  gefundenen  Beispiele an  der CD-ROM-Version belegen eher erneut das Gegenteil. Bemerkenswert  ist
auch die Tatsache, daß z.B.  die Spitzen Klammern als  Sonderzeichen für  Homonymenzusätze  bei  der Druckausgabe durchaus  hilfreich sein können.   Daß sie für das "range searching" oft bedeutungsvoll sind, wurde vermutlich kaum bedacht.  Es ist also schon heute bei  der  Aufbereitung von RSWK-Ketten  für  manche  Datenbanksoftware sinnvoll, diese störenden Element als erstes zu  beseitigen, um ein leistungsfähiges Retrieval zu ermöglichen.

Um die Modernität zu untermauern,  wird mit  Stolz darauf verwiesen,  daß  eine  40%ige  Steigerung der Permutationsmöglichkeiten gegenüber den älteren Katalogen erreicht wird.  Diese Möglichkeit verdanken  wir natürlich  nichtzuletzt  der  Miniaturisierung der herkömmlichen Papierform   bei den COM-Katalogen.  Mit Online hat das nichts zu tun und darauf,  daß man in  "Bibliotheken mit konventionellen präkombinierten  Schlagwortkatalogen"  andere Regeln
und  andere  Dienstleistungen  anbieten  muß"   als  bei  Online-Katalogen, hat kürzlich Gödert(2) erneut hingewiesen.
 

2. Situation

Nun hat im  Februar 1989  Valauskas(3)  in "OCLC  Micro" den NeXT Computer  von  Steve  Jobs  als  "potentially  one  of  the  most remarkable tools for library for manipulating and presenting  bibliographic  information to a  wide range of library  patrons and personnel."  bezeichnet.  Diese Maschine,  die  in modernisierter
Variation (Motorola 68040  Prozessor und mindestens 105  MB Festplatte)   seit  Herbst  1990  auch in Deutschland angeboten wird, findet in den auf optischen Platten mitgelieferten  Werken Shakespeares oder dem "Oxford Book of Quotations"  in etwa 1,5  Sekunden jedes gesuchte Wort. In den USA kostet eine solche Platte mit 256  MB $50.  Ein Rechner in dieser Leistungsklasse ist  mit 12,5 oder mehr MIPS Verarbeitungsgeschwindigkeit durchaus  in der Lage
Bilder mit einer Auflösung von 0,3  mm/Pixel und stereophone  Musik mit hoher Qualität zu verarbeiten -  von der Möglichkeit  einer sog.  Voicemail,  die immer interessanter  zu werden scheint, ganz zu schweigen.  IBM soll an dieser Entwicklung  seit 1988 mit jährlich  einer Million Dollar beteiligt sein.

Berücksichtigt man dazu die Entwicklungen  neuronaler  Backpropagation-Netze, wie sie Rumelhart, Hinton und Williams  beschrieben haben, oder die z.Z. so moderne Fuzzy Logic und ihre  Möglichkeiten  im  Erkennen von  Zeichenketten und Mustern,  so wird  immer deutlicher,  daß digitalisierte  Information  Erschließungsmittel anbietet, die vom jeweiligen Retrievalsystem abhängen und die vor einigen Jahren  noch kaum vorstellbar waren.

Angesichts  dieser  Entwicklung muß man davon  ausgehen,  daß das Frei-  und Volltextretrieval auf eigenen  Microcomputern  mit CD-ROMs  und CD-PROMs,  ebenso wie die Verarbeitung  von Bildern und der Einsatz von Multimedia,  in den  nächsten  Jahren  ihren Aufschwung nehmen werden.

Sieht man daneben,  daß das ESPRIT-unterstützte  dänische Projekt MOHAWC(4), an dem u.a. Anneliese Mark Pejtersen mitarbeitet, sich anschickt,  die Suche nach belletristischen Büchern in einer  Öffentlichen Bücherei durch Icons zu erleichtern, so wird auch hier der wachsende Einsatz grafischer Möglichkeiten bei  den  modernen Rechnern  deutlich.  Ein Beispiel dafür,  daß man nicht  nur nach Stich-  oder Schlagworten suchen kann, sondern auch die  Möglichkeit hat ein Buch zu  suchen von dem  man nur noch   weiß, daß es blau  war und eine  Möwe seinen Umschlag  zierte, ist  BOOKHOUSE, das in der Hjortespring Bibliothek in  Kopenhagen  getestet wird. In diesem System besteht auch die Möglichkeit aus   3500 von insgesamt 6000  Büchern der  Bibliothek  diejenigen  herauszufinden,
die mit einem bereits bekannten Buch  ?hnlichkeit  haben. Während bei BOOKHOUSE noch  recht primitiv gezeichnete   Bilder und Icons die  Grafik  ausmachen,  ist es beim Apple   Macintosh mit seinem HyperCard Programm ohne größere Programmierkenntnisse möglich die eigene  Bibliothek,  ihre Regale  und Kataloge abzufotografieren, diese  Bilder  einzuscannen  und über sog.  Buttons auf Mausklick nach ihrem Informationsgehalt  zu  indexen bzw.  abzufragen. Seit
einigen Jahren werden aus den relativ "dummen"  OPAC-Systemen der ersten     und    zweiten    Generation     sog.     intelligente Benutzerschnittstellen und Suchmethoden entwickelt(5)

Nun  behauptet Haller(6):  "Es wird die  totale Freitextsuche als ideale Lösung beschworen,  gleichzeitig aber werden das  Antwortverhalten  des Computers und die  übergroße  Trefferquote  bemängelt." Hier kann eigentlich nur auf veraltete, unzureichend  programmierte   oder falsch eingesetzte Rechner Bezug genommen  worden sein.  Wobei allerdings nicht geleugnet werden soll, daß  die Aussage Hallers z.T. die Rechnerlandschaft des real existierenden Bibliothekswesen widerspiegelt.

Mit Recht hat der Wissenschaftsrat(7)  darauf hingewiesen, daß in den  Hochschulbibliotheken Maschinen für die  Ausleihe eingesetzt werden, deren technischer Stand der zweiten Hälfte der 70er  Jahre entspricht. Und das Fachinformationsprogramm der  Bundesregierung 1990-1994 spricht sogar von den hohen Kosten für die  Volkswirtschaft  durch einen unwirtschaftlichen  Suchprozeß  und durch nicht genutztes Wissen in Bibliotheken.

Betrachtet man die Möglichkeiten des Online-Retrievals, so wie es uns außerhalb der Bibliotheken zur Verfügung steht,  so haben wir im  allgemeinen weder Probleme mit dem Freitextretrieval noch mit dem Antwortverhalten. Im Gegenteil, wir haben gelernt, daß  diese Systeme  durch ihre  tiefere Erschließung  den bibliothekarischen Katalogen  so  weit  überlegen  sind,  daß  sich  eine Diskussion hierrüber  eigentlich  erübrigt.  Trotzdem wäre  es abwegig  dies
als "ideale Lösung"  zu bezeichnen,  da wir inzwischen  zunehmend gute Erfahrungen mit dem Volltextretrieval  im  Onlinezugriff und auf CD-ROM machen,  und  dies  obwohl  wir  noch  weit  von einer optimalen Lösung der damit verbundenen Probleme entfernt sind.

Wir können schon heute ein elektronisches  Lexikon dazu benutzen, um uns, wie in einer Art Suchwortliste für das Volltextretrieval, wichtige Wortstämme  ausgeben  zu  lassen.  So wird es wohl nicht allzulange dauern,  bis hierfür spezielle Recherche-Deskriptorenlisten auf eigenen Rechnern zur Verfügung stehen.  Im Prinzip ist
dies   nichts  anderes,  als die maschinengerechte  Umkehrung des RSWK-Gedankens, bei der Schlagwortvergabe auf lexikalische Benennungen zurückzugreifen.
 

3. Sacherschließung in Bibliotheken

Sacherschließung in  Bibliotheken diente bislang in  erster Linie dazu  Sach-  und  Fachbücher  zu erschließen.  Sie wendet sich im Gegensatz zur Dokumentation  meist an ein  breites Publikum, bzw. an  diejenigen,  deren  Fragen erfahrungsgemäß  in der Bibliothek beantwortbar sind,  also Fragen zu bestimmten Personen bzw. deren Publikationen,  Fragen  zur Geographie oder zur  Geschichte, oder auch zu  bestimmten  Sachthemen.  Nun ist es ein Charakteristikum
der Bücher,  daß sie nicht nur den Umfang von einigen wenigen bis zu mehreren  tausend Seiten  annehmen  können (Mehrbändigkeit sei hier nur  am Rande erwähnt),  sondern daß auch  Autoren sich sehr punktuell  oder  recht  global  mit   ihren  Themen  beschäftigen können.  So lassen sich problemlos hunderte von Seiten variantenreich mit Wiederholungen füllen,  mit Aussagen die nichts  aussagen und mit Widersprüchen die den Eindruck von Objektivität  vermitteln  sollen.   Andererseits   enthält   manche  mathematische Gleichung,  als das Maximum einer Informationskompression, soviel Wissen,  daß man zeitweise allein mit ihrer Deutung  hunderte von Büchern füllt.

Unbeeinflußt von dieser  Tatsache  kann  man  in  erster Näherung durchaus  davon ausgehen,  daß  ein dickes  Buch mehr Information enthält  als ein dünnes.  Man  kann in Grenzen  darauf vertrauen, daß ein Herausgeber auf Qualität  achtet  und  daß  er Etikettenschwindel,  in dem er  z.B.  ein Bilderbuch als Atlas deklariert,
vermeidet,  um seinen Namen  zu wahren.  Aus solchen Gründen sind formale Angaben, wie die Seitenzahl, das Format und die  Bebilde-
rung oder auch Begriffe wie Aufsatzsammlung, Einführung,  Wörterbuch,  Enzyklopädie  oder  Schulbuch hilfreiche  Ergänzungen  der Sacherschließung.

Ein Bibliotheksbenutzer, der im Katalog unter dem Begriff  Orthogenese nichts findet,  wird automatisch zu  dem weiteren  Begriff Evolution ausweichen,  und  im  Falle,  daß er dort nicht  fündig wird,  unter  Biologie  ein  Nachschlagewerk  suchen.  Im Notfall greift er  sogar zur  Allgemeinenzyklopädie,  vorausgesetzt,  sie
ist umfangreich genug.  Sacherschließung  ist also,  wie  bereits Karen Spark Jones 1972(8)  deutlich machte,  von  der  Größe  der Dokumentensammlung abhängig und hier liegt einer der Kritikpunkte hinsichtlich  der RSWK  mit ihrem  sogenannten  engen Schlagwort, dessen ?quivalenzklassengröße kaum kontrollierbar ist.

In der Sacherschließung mit Thesauri benutzt  man sinnvollerweise immer den Deskriptor,  der  dem Dokument  (nach  der Terminologie der Information und Dokumentation leider  als Dokumentarische Bezugseinheit oder DBE bezeichnet) am nächsten kommt. Wird also ein spezieller Gipfel der Ostalpen in einem  Dokument beschrieben, so kann  der eine  Thesaurus in  seiner  Indexierungsspezifität alle diese Gipfel einzeln enthalten, ein zweiter mag bei den Ostalpen,
ein dritter bei den Alpen und ein vierter bei der  Benennung  Gebirge enden.  Dabei spielt natürlich  auch die Indexierungsbreite eine Rolle,  die im Bibliotheksbereich meist so gering   ist, daß man froh sein kann, wenn überhaupt noch ein zweites  oder drittes Sachschlagwort vergeben  wurde.  Allein  diese Tatsache verbietet
schon  das angestrebte enge  Schlagwort  für  Bibliotheken unterschiedlicher Größe.

Es ist nicht schwer einzusehen,  daß unter dem Aspekt der Sacherschließung ein Begriff als um  so  weiter  angesehen  werden muß, je mehr  verschiedene  Unterbegriffe er einschließt.  Faßt man im obigen Beispiel also,  alle Dokumente die unter  Bernina, Ortler, Marmolada, ... jeweils geindext waren, in der RSWK unter Ostalpen zusammen,  so  läßt  sich  die Begriffsweite,  für   das Dokumentationssystem als Bezugsgröße,  grob an der Zahl der  subsummierten Dokumente ablesen.  Umgekehrt geht damit natürlich  auch eine zunehmende Begriffsunbestimmtheit einher. Konnte der Nutzer  also anfangs  noch  Bernina,  Ortler  oder Marmolada  dem Buch jeweils zuordnen,  so  müßte er  unter dem Begriff  Alpen,  die Dokumente einzeln auf Relevanz  prüfen.  Aus dieser sberlegung  ergibt sich
in erster Näherung eine Art Informationserhaltungsgesetz,

W = Weite eines Deskriptors
K = Konstante
U = Zahl der Unterbegriffe

      W    (Je weiter der Deskriptor, desto mehr Dokumente sollte
K = -----  er auch repräsentieren, und somit ist U der einge-
      U    schlossenen Dokumentenzahl D proportional.)

W  =  K x D

das u.a.  besagt,  daß die Indexierung,  nicht wie oft fälschlich behauptet eine Informationskompression  vornimmt, sondern  lediglich eine Abstraktion.  Mit dem Zugewinn  an Unterbegriffen  geht also  automatisch  ein  Verlust  an  Aussagespezifität  verloren. Indexierungsbegriffe weisen auf einige  ausgewählte Aspekte eines
Buches hin,  von denen der Indexierer  annimmt,  daß sie  für den Nutzer  von Bedeutung sind  und vernachlässigt  alle  anderen. Je weiter daher das Begriffsspektrum  eines  Deskriptors  ist, desto mehr  Aspekte eines Buches  können  damit  berücksichtigt werden. Desto größer ist allerdings  auch die Gefahr,  daß damit Elemente Eingeschlossen sind, die im Buch nicht mit abgedeckt werden.

Nun wäre es aber theoretisch möglich,  daß sich unter dem Begriff Ostalpen  nicht 10  Bücher über 10  verschiedene Berge und Städte der Ostalpen verbergen, sondern beispielsweise 5 über Bozen und 5 über den Bernina.  Nach  der Informationstheorie  wäre  in diesem Falle  also  der Mittlere  Informationsgehalt H  für diese groben Randbedingungen eines subsumierenden Deskriptors
 

               H =  S pn x ld 1/pn

pn = Wahrscheinlichkeit des Wortes n aus einer Grundgesamtheit
ld  = Logarithmus Dualis

wesentlich geringer, als es der Deskriptor erwarten läßt.

Beispiel 1:  H1 = 10 x (1/10 x ld 10)          = 3,32 Bit
Beispiel 2:  H2 = (1/2 x ld 2) + (1/2 x ld 2)  = 1    Bit

Daß damit natürlich nichts über den Informationsgehalt der Bücher selbst gesagt ist,  über Qualität,  Umfang oder Inhalt, ist klar.
Unsere Formel macht hier lediglich eine Aussage über den Informationsgehalt in diesem Unterbereich eines angenommenen Thesaurus.

Für den Rechercheur zeigt sich,  die Einschätzung der  Informationsausbeute  aufgrund der bedingten  Wahrscheinlichkeit,  mit der bestimmte Dokumente unter einem Deskriptor zutage  gefördert werden.  Er schlußfolgert also,  mit anderen Worten,  aus  jedem neu hinzugefundenen  Buch,  wieweit dies seinen  Sucherwartungen entspricht.  Damit wird deutlich,  daß in einem  Erschließungssystem die Begriffsweite immer nur von den darin  enthaltenen Dokumenten
bestimmt wird,  und  daß sie damit  ausschließlich  vom  gesamten dokumentierten System abhängt.

Wie problematisch und unbestimmt sogar ein  Begriffe wie Indexierungstiefe  ist,  erkennen wir an der DIN-31623  Teil 1,  die die Indexierungstiefe lediglich als  "eine  Kombination  von Indexierungsbreite und -spezifität"  definiert - und damit genaugenommen garnicht.  Ob hier addiert, subtrahiert, dividiert, multipliziert
oder  potenziert werden soll,  bleibt völlig  offen. Der Hinweis, daß  eine  tiefere  Indexierung  vorliegt,  wenn  die Bezeichnung spezifischer ist,  bringtwenig. Nähme man aber im Sinne  der DIN-Norm  eine  Multiplikation  an,  so könnte  man für  die Indexierungsbreite,  die Zahl der indexierten  Benennungen einsetzen und
für die Indexierungsspezifität die  Hierarchieebene im Thesaurus. Es gälte dann:

          Indexierungstiefe = Indexierungsbreite x Indexierungsspezifität
                        T =  B x S

Entsprechend wäre die Indexierungstiefe mit drei Deskriptoren auf jeweils zweiter Ebene wie:  Regionen / Alpenraum, Hochgebiete der Erde   /  Berge,  Himmelsrichtungen /  Osten   mit T =  3 x 2 = 6 größer als die Indexierungstiefe  mit  einem  einzigen Deskriptor wie  Marmolada auf vierter Hierarchiestufe  (Europa  /  Italien / Südtirol /  Marmolada)  T =  1  x 4  = 4. Wir müßten also je nach Thesaurus einen Korrekturfaktor einführen,  der die hierarchische
Struktur adäquat  berücksichtigt,  da es relativ willkürlich ist, ob man drei breite oder dreißig eng begrenzte Ebenen einrichtet.

Wie schwierig dies  Unterfangen schon für einen  echten Thesaurus ist,  muß kaum näher erläutert werden,  wenn man sich daran erinnert,  daß  die Hierarchiestufen  im  thematischen  Zentrum eines Thesaurus weitaus  vielschichtiger  sein  müssen,  als  in seiner Peripherie und daß die einzelnen Deskriptoren sich gegenseitig in ihrer Bedeutung stark  beeinflussen  können.  Der Korrekturfaktor hätte  also  je  nach  Thematik  unterschiedliche  Qualität.  Wir verstehen damit warum man in der DIN-Norm eine wirklichen Definition  umgangen  hat.  Irritierend ist nur,  daß so getan wird als wäre klar was Indexierungstiefe ist. Gerade hier liegt der  theo-
retische Fehler, daß man bei breiter Indexierung zu viel fände.

In Wirklichkeit kommt es  aber gerade auf die  Ausgewogenheit von Indexierungsbreite  und  -spezifität  an.   Die Indexierungstiefe
müßte also unter optimalen Bedingungen

T = B / S = Konstant
sein.

Für Bibliotheken  mit einer Indexierungsbreite von  ein  bis zwei thematischen Gegenständen pro Buch, verbietet sich damit zunächst das  enge  Schlagwort.   Berücksichtigt  man  die  oben  erwähnte Tatsache,  daß die Begriffsweite natürlich von der Zahl der darin enthaltenen Begriffe abhängt,  so läßt sich für diesen Fall B = W setzen (dies entspricht dem Hinweis in  der RSWK,  daß  bei sechs und   mehr   Gegenständen   auf   "eine   umfassende  Bezeichnung
ausgewichen"  werden soll). Damit gilt:

T x S = D x K    oder     T / K = Konstante = D / S.
Je  mehr  Dokumente,  desto spezifischer  müssen die Deskriptoren sein. Für die Spezifität gilt:
S = R x N / n

Dabei ist:
n Häufigkeit  mit der ein Schlagwort  verwendet wird,
R  Gesamtzahl aller Schlagwörter,
N durchschnittliche Verwendung dieser.

Für ein durchschnittliches Schlagwort können wir entsprechend vereinfacht schreiben: T = Konst. = D / R, woraus sich auch ableitet,  daß die Zahl der Dokumente und die Zahl der Erschließungsbegriffe in einem ausgewogenen Verhältnis  stehn sollte. Die Zahl R x N wird auch als Summe der postings bezeichnet. Die  Hie-
rarchiestufe spielt   also naheliegenderweise eine untergeordnete Rolle. Am Rande sei bemerkt, daß sich diese überlegungen  mit den Erfahrungen bei den Rankingmethoden von Online-  und OPAC-Systeme decken. Entsprechend spielen sie natürlich auch bei der automatischen Indexierung eine Rolle.

Im Volltext, folgt die "Indexierungsspezifität" mehr oder  minder automatisch  der  Indexierungsbreite  insofern,   als  es  unsere Sprache verbietet,  stereotyp nur Oberbegriffe zu verwenden.  Wir haben dann allerdings das Problem,  daß möglicherweise  Volltexte mit äußerst unterschiedlichem Umfang auf überschaubare  Einheiten im Retrievalsystem zurückgeführt, verknüpft bzw.  vernetzt werden müssen.  Je umfassender wir ein bestimmtes Thema behandeln, desto
tiefer dringen wir in irgend  einer Richtung darin  ein und desto stärker sind wir gezwungen auch  spezifische Begriffe  zu wählen. Wir  wissen aus Erfahrung und aus Untersuchungen an MEDLARS, bzw. vergleichbaren  Datenbasen  ohne echten Thesaurus,  daß ein guter Thesaurus,  im Retrieval  nicht mehr und auch nicht bessere Treffer erbringt, sondern  lediglich eine weniger schwankende Ausbeute in kurzer Retrievalzeit gewährleistet. So wichtig dies bei hohen  Recherchekosten ist,  desto unwichtiger wird  die aufwendige Thesauruspflege bei stürzenden   Rechner-  und  Speicherkosten in Inhousesystemen.

Es  gibt  zunächst weder eine vollständigere  "Erschließung", als den Volltext selbst,  noch eine ausgefeiltere Syntax, als die unserer  natürlichen Sprache.  Die Volltextproblematik  liegt daher auch nicht in der  Wiederauffindung, sondern darin, daß wir nicht gewillt sind, immer ein ganzes Buch zu finden, wenn wir lediglich
einen Satz   daraus brauchen. Die Aufbereitung und die Recherchemöglichkeiten  bei Volltexten  sind daher  das eigentliche Thema. Daß man dabei jederzeit für  einen  rascheren  Zugriff  unter bestimmten  Aspekten   zusätzliche  Hinweise  indexieren  kann, ist selbstverständlich.  Nur am  Rande sei an  dieser Stelle erwähnt,
daß  Information im eigentlichen Sinne,  und damit auch  im Sinne Shannon und Weavers, syntaktische Information ist. Auf die Frage, ob pragmatische  und semantische  Information  nicht letztendlich auch nur auf Syntax  basiert,  kann hier nicht  näher eingegangen werden.  Untersuchungen,  sberlegungen und Erfahrungen auf diesem Gebiet bleiben aber heute auf der Strecke,  weil  wir unsere Zeit mit einem Sacherschließungssystem verbringen,  daß unseren Vätern
und Großvätern gut anstand.

Unsere Bibliothekbenutzer  brauchen unabhängig von  der   Bibliotheksgröße,  eine überschaubare Menge von Büchern  im   Regal vor dem sie  stehen.  Gleichgültig   ob es sich um hundert Bücher zum Bibliotheks-  und  Dokumentationswesen,  um die gleiche Menge zum Thema Sacherschließung oder   um ebensoviele zur RSWK handelt. In jedem Fall  ist der  Leser  bei  einer   überschaubaren  Menge am ehesten  in der  Lage,  über  Aufmachung, Autor, Bilder, Erscheinungsjahr,  Referenzen,  Titel,   Umfang und Verlag, stichprobenartig festzustellen,  wieweit das  Angebot seine Anforderungen zu erfüllen vermag. Es kommt hinzu,  daß er damit die ausgeliehenen Bücher, im Gegensatz zur Katalogsuche, mit zeitlichem  Gewinn bereits vernachlässigt.  Er  kann jede Quelle sofort auf Brauchbarkeit prüfen  und seine Entscheidung fällen,  ob  ein Weitersuchen sinnvoll ist,  ein Lesen am  Ort ausreicht oder eine Ausleihe erfolgen  sollte.  Hierrin  liegt   die Stärke  der buchzentrierten Bibliothek,   solange  nicht  vergleichbare   Größenordnungen  im Volltext zur Verfügung stehen.

Benutzt er dagegen den Schlagwortkatalog,  so ist er sich darüber im klaren,  daß  er  für jedes  relevant  erscheinende  Buch eine meist mehrminütige  Zeitspanne zum Suchen einkalkulieren  muß. In Abhängigkeit von der Bibliotheksgröße ist die Länge  von etlichen Metern Regalsucharbeit zu absolvieren.  Der Katalogbenutzer macht also die Erfahrung,  daß je nach Nutzung und Typ  der Bibliothek, vielleicht jedes dritte bis zehnte Werk vergriffen ist,  oder daß sogar das  Bibliothekspersonal eingeschaltet werden muß, was wiederum  zu  erheblichen Verzögerungen bei der  Weiterarbeit führt. Er muß auch damit leben, daß das RSWK-Schlagwort "Evolution" lautet und sich dahinter Schwemmlers Symbiontentheorie verbirgt, die im Buchtitel eine "unified theory" verspricht und eigentlich eher
eine Sammlung von Hypothesen, als eine echte Theorie enthält.

Wenn Heinrich(9) darauf hinweist, daß bei vergleichsweise 73% der Suchen am Alphabetischen Katalog, nur 7% auf den  Schlagwortkatalog bzw.  4%  auf den SYK entfallen,  und wenn man berücksichtigt wie selten viele Kataloge überhaupt benutzt werden,  so kann dies in  einer Zeit  in  der Online-Datenbanken  immer preiswerter zur Verfügung stehen  eigentlich nur als  ein katastrophales Ergebnis dieser  Sacherschließung  gewertet  werden.   Die  meist  gehegte Hoffnung,  es läge an der Unkenntnis der Nutzer,  hilft hier kaum weiter.  Nach Schubert, H.-J.(1) und Gödert(10) steigt der Anteil der  Sachrecherchen  in Online-Publikumskatalogen auf  über 50% aller  Recherchen.   Und  Hildreth  (11)  gibt  nach  einem  1981 erschienenen   Report von Pritchard für   SCORPIO sogar knapp 70% sachliche  Einstiege an.  Daß   dabei 56% der Benutzer nicht viel oder wie es bei Gödert heißt, nicht  alles was sie suchen finden, kann bei heutiger Sacherschließung kaum verwundern.

Der ebenfalls bei Gisela Heinrich erwähnte Hinweis auf  das  DFG-Projekt "Benutzerverhalten  an  deutschen Hochschulbibliotheken", das für die Suche im Sachkatalog durchschnittlich 10  Min. ergab, zeigt je nach Bibliothekstyp nur  einen verschwindenden Bruchteil dessen,  was der Bibliotheksbenutzer wirklich an Zeitaufwand aufbringen muß, um an seine gewünschte Information zu gelangen.

All dies hat etwas  mit Informationslogistik zu tun  und bedeutet nichts anderes,  als daß der Bibliotheksbenutzer über den Katalog heutiger  Prägung,  schon aus Zeitmangel  nur  mit  sehr geringer Wahrscheinlichkeit die   besten Buchtitel zu seinem Thema findet. Diese Erfahrung macht er ohne jede wissenschaftliche Untersuchung und kommt  zu dem   Schluß,  daß er den Schlagwortkatalog nur benutzt, wenn dies seine letzte Chance ist. Dabei sollte die Faustregel,  je leichter ein Buch  für den Leser verfügbar  ist, desto besser  sollte es für ihn indikativ erschlossen  sein,  in erster Näherung  gelten.  Nur  so kann überflüssige  Fernleihe vermieden werden.  Je schwerer  es  verfügbar ist,  (je weiter  es entfernt ist),  desto besser sollte es  informativ erschlossen  sein - bis hin zum Volltext.
 

4. RSWK und Online-Retrieval

Hinsichtlich der RSWK bemühte man sich um das "enge  Schlagwort", weil es den Vorteil hat,  dem Suchenden eine erhöhte  Wahrschein-
lichkeit zu bieten,  unter wenigen Büchern das richtige auszuwählen. Daß dies allerdings ohne den Bezug auf die jeweilige Bibliotheksgröße unsinnig  ist,  kann  eben kaum übersehen  werden. Die "Enge" des Schlagwortes ohne Bezug auf einen Thesaurus, ist ebenso eine problematische Festlegung.  Sie ist auf den  ersten Blick
ein Widerspruch in  sich  selbst,  denn gerade die Schlagwortvergabe, im Gegensatz zur Stichwortvergabe, hat den Sinn, beispielsweise alle Literatur über evolutionäre Entwicklung, Evolutionsgeschichte,  Evolutionsstrategie, Evolutionstheorie, etc. unter der Benennung Evolution zusammenzufassen,  um damit ausreichend große ?qivalenzklassen zu erzeugen. Wenn beispielsweise ein  so breiter Begriff wie Absatzstrategie synonym  mit Absatzpolitik  verwendet
wird, mag das für ganze Dokumenteinheiten wie Bücher  ausreichen, solange sie nur mit ein oder zwei Schlagwörtern  versehen werden, aber von engem Schlagwort zu sprechen,  wenn  Strategie und Politik in einen Topf  geworfen  werden,  mutet im Zusammenhang mit §4a)  RSWK,  der  Aufnahme  unselbständig  erschienener Dokumente, schon etwas befremdlich an.  Dies unterstreicht auch die Sammlung der  Unterbegriffe zu  Absatzpolitik.  Warum als Quelle: Q Gabler angegeben wird  ist nicht  ganz  klar.  Zumindest  erscheint dort (Gabler  Wirtschaftslexikon 1988  auf CD-ROM) unter Absatzpolitik nichteinmal die Erwähnung des Wortes Absatzstrategie.

Es soll nicht bezweifelt werden,  daß die Schlagwortnormdatei mit über 300000  Ansetzungs-  und  Verweisungsformen  recht spezielle Begriffe enthält.  Auch wenn ihr  verständlicherweise Orthogenese oder "Herationsvorschrift" fremd sind, so kennt sie doch die Evolutionsstabile Strategie,  von der  allerdings  nur  ein Fachmann
vermuten kann,  daß  sich  dahinter die  sog. EES (Evolutionarily Stable Strategy)  von J. Maynard Smith verbirgt, die in den siebziger  Jahren diskutiert wurde.  Fraglich ist  allerdings, ob man Fachtermini so unbeschwert übersetzen darf.  Während für die Evolutionsstabile Strategie keine Definition angeboten wird, ist die
der Evolutionsstrategie,  umso aufschlußreicher. Sie lautet: "Methode,  die d.  Mechanismen,  nach denen sich die biol. Evolution vollzieht,  als Herationsvorschrift zur Optimierung von Entscheidungsproblemen nachahmt."  Ob diese Definition allerdings bei der Beschlagwortung weiterhilft ist höchst fraglich.  Man gewinnt den
Eindruck,  daß hier Spezialisten, die nur an wenigen Bibliotheken vorhanden sind,  wie H.-J. Schubert(1) richtig bemerkt, ihre Leistungen  nicht nur anderen Kollegen  zur Verfügung,  sondern auch unter Beweis stellen.

An dem hier gewählten Beispiel des Schlagwortes Evolutionsstrategie wird deutlich, welch ein Aufwand die Erstellung einer solchen Schlagwortnormdatei als  Extrakt  aus  637  Nachschlagewerken mit ihren Quellenangaben,  Definitionen und  Verweisen macht. Ob dieser Aufwand wirklich durch eine Erleichterung in der Verbundkatalogisierung gerechtfertigt ist, muß bezweifelt werden. Um die EES ist es bereits ruhiger geworden, weil dieser Aspekt einer Spielstrategie ebenso wie die Evolutionsstrategie sich wissenschaftlich weiter entwickelte. Ob und wann das entsprechende Schlagwort also der SWK wieder entnommen  werden muß,  bleibt abzuwarten. Und daß die Strategie der Evolution zwar  eine Optimierungsstrategie ist, aber weit über  die Frage von Entscheidungsprobleme  hinaus geht,
dürfte an anderer Stelle gezeigt worden sein (12). Die Definition von Begriffen sollte  man weiterhin  der  Wissenschaft überlassen und sie nicht mit den sog.  scope notes zur Vereinheitlichung der Indexierung verwechseln.

Spätestens  beim Vergleich der  Nachschlagewerke müßte eigentlich auffallen,  daß die Forderung nach  möglichst gebräuchlichen Termini sich je nach Leserschaft drastisch verschiebt.  Es ist nicht das gleiche, ob ein Buch den Titel "Die Lepidoptera Europas" oder "Die Schmetterlinge Europas" trägt. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Biologe aus guter Erfahrung eher nach dem  einen und der Laie nach dem anderen greifen.  Beide folgen  ihrer Erfahrung von Gebräuchlichkeit.  Wenn also die RSWK von Lepidoptera auf Schmetterlinge verweist,  ist dies ein  Zeichen dafür,  an wen sie sich wendet.  Evolutionsstabile Strategie statt "Evolutionarily Stable Strategy"  (unter der Voraussetzung,  daß diese  gemeint  ist) zu nehmen, untermauert diese Vermutung.

Wie heißt es bei H.-J.  Schubert so richtig,  "wie denn überhaupt die SWD sich  in  Richtung eines  Universalthesaurus bewegt, ohne dieses  utopische  Ziel  jemals  erreichen  zu   können  oder  zu wollen."(1)  Doch drei Seiten weiter lesen wir, ohne jeden Widerspruch,  den Vorschlag der  Deutschen Forschungsgemeinschaft "Die ...(RSWK)  und ...  (SWD) sollten daher ... in Richtung auf einen Universalthesaurus  zur  Erschließung  von Bibliotheksmaterialien weiterentwickelt werden".

Hat eine Bibliothek fünf   Titel unter dem  Schlagwort Evolution, so ist seine Verwendung sicher   angebracht. Hat sie dagegen eher fünfhundert,  so empfiehlt sich,  wie oben erwähnt, durchaus eine Einschränkung auf  Evolution des Menschen,  Evolution des Kosmos, Evolutionsstrategie,  Evolutionstheorie,  Orthogenetische  Evolution,  etc.. Bei der DDC ist man sich doch dieser Tatsache längst bewußt und verweist auf die Abridged Edition.

Sacherschließung in  Bibliotheken geht nochimmer davon  aus,  daß auch  in  Zukunft nur gedruckte Verzeichnisse  dem  Endnutzer zur Verfügung gestellt werden. Sogar die bisherigen OPACs änderten an dieser  Einschätzung  erstaunlich  wenig.  Die  verschiedenen Erschließungsmethoden  legen  Sortierregeln   durch  Sonderzeichen, durch bestimmte Schreibweise,  durch  Festlegung  von Ketten oder durch gewisse Permutationen  fest (in denen  je nach Einschätzung der häufigsten  bzw.  wichtigsten  Suchanfragen  die  Person, die Sache  oder  das  Geographikum   bevorzugt  wird).  Dabei  werden Computer meist wie in  den  60er  Jahren  als Druckaufbereitungsanlagen  eingesetzt.  Seit dem es   Online-Systeme gibt, hat sich hier  zunächst  durch die Möglichkeit der  Bool'schen  Logik, die
Sacherschließung in der Dokumentation verändert. Mortimer Taube's Koordinate  Indexing  von 1951,  das die  Verbindung von Uniterms durch AND,  OR und  NOT einschloß   und bewußt der alphabetischen und systematischen  Ordnung von   früher gegenübergestellt wurde, war damals als Revolution der  Sacherschließung verstanden worden (13). Solche Systeme können auf die meisten Kettenbildung und auf Permutationen verzichten.

Im Gegenteil,  greift  man Beispiele,  wie "Ortung von Zerstörern durch U-Boote",  "Frankreich  und  der  deutsche Protestantismus" oder "Der  Einfluß der Vereinten Nationen  auf  die  Sowjetunion" auf,  so ist zunächst  zu  bemerken,  daß keine Schlagwort-Syntax diese Titel  so  Originalgetreu  widergibt,  wie  eben  die Titel selbst.  Bei Eingabe  der drei jeweils  wichtigen Suchbegriffe in UND-Verknüpfung,  würden in einem Online-System diese erscheinen. Wenn darüber hinaus  Ursula Schulz(14)  den gedanklichen  Aufwand zur RSWK-Kettenbildung für nicht gerechtfertigt hält, so kann dem nur zugestimmt  werden.  In den meisten Fällen  wird  dabei  auch vergessen,  daß z.B.  ein Buch mit dem Titel "Frankreich  und der deutsche Protestantismus"  auch für denjenigen von Interesse sein dürfte,  der sich für den deutschen und  den  französische Protestantismus oder  den französischen Protestantismus  aus deutscher Sicht interessiert.  Entsprechendes gilt  für die  beiden anderen Beispiele ebenso. Jeder der ausreichende Erfahrung im recherchieren hat weiß, wie oft wir nicht nur nach Synonymen sondern gerade nach Antonymen suchen um eine Thematik möglichst  vollständig abzudecken.  Wieviele Bücher  gibt es denn  beispielsweise über die Frage der Ortung von U-Booten in der Welt?  Problematisch wird es doch nur,  wenn wir dreißig oder mehr Bücher über die  Ortung von U-Booten und Zerstörern finden, von denen nur ein oder  zwei sich mit unserer eigenen Thematik beschäftigen, und wenn  diese Bücher auch noch  über  die  Fernleihe  besorgt  werden  müssen.  Gab es wirklich keine realistischeren Beispiele  für  die Verwendbarkeit der RSWK?

Die vergleichsweise  seltenen Fälle,  in denen die gleichordnende Indexierung  beim  bisherigen  Online-Retrieval unzureichend war, konnten natürlich auch durch Rollenoperatoren oder sog. Links bewältigt werden. Weitaus wichtiger war aber bei den bisherigen Online-Recherchen die Tatsache,  daß  Wortstämme  oder  auch  sinntragende Silben beliebig  suchbar wurden,  und daß der zunehmende Wechsel zur  Freitextrecherche,  z.B.  mit  Kontextoperatoren vor
über zehn Jahren,  hier erhebliche Verbesserungen brachte. Inzwischen werden zunehmend Systeme entwickelt,  die sich dazu eignen, die  Volltexte erschließbar zu machen.

Ich entsinne  mich in diesem  Zusammenhang einer Online-Recherche in  MEDLARS zu  Thema Brustkrebs  bei  männlichen  Individuen. Zu breast neoplasms gibt es tausende von Veröffentlichungen, in AND-Verknüpfung mit dem sog. check tag male kommen nochimmer hunderte von Treffern mit  Brustkrebs bei Frauen, indenen aber  Männer irgendeine für die Suche meist unwichtige Rolle spielen. Obwohl also MEDLARS, mit Main- und Subheadings geradezu als Musterbeispiel
für  ein syntaktisch indexierendes System  gelten  kann, das wohl auch am besten untersucht  und fortentwickelt  wurde,  versagt es gerade bei dieser Frage.  Darüberhinaus befinden wir uns hier nun wirklich  in einer  Dimension sachlicher Erschließung,  in der es zeitlich  und  finanziell  unvertretbar  ist,  aus  der  Zahl von
Treffern die wenigen richtigen herauszusuchen.  Damit sind wir in solchen Fällen gezwungen nach fünf Auswegen zu suchen:
 

  1. Wir schließen alle störenden Arbeiten mit NOT female  aus und laufen  damit natürlich Gefahr,  daß  auch vergleichende Untersuchungen mit ausgeschlossen  werden.  In einem solchen Fall machen sich übrigens auch  Indexierungsfehler stark  bemerkbar, in denen nur vergessen wurde male zu indexen.
  2. Durch Verwendung zusätzlicher Deskriptoren, deren Indexierung bei männlichem Brustkrebs wahrscheinlich wird (hier z.B. prostat? oder scrotum),  erreichen wir bei ausreichend breiter Indexierung (es  müssen  ja zumindest je ein Begriff aus  dem  Bereich Brustkrebs, aus dem Bereich Prostat? - oder scrotum, etc.- und aus dem Bereich  Mann nebeneinander existieren)  eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für relevante Treffer.
  3. Weil bei der   Indexierung die  lokale  Schwäche  des Sacherschließungssystems natürlich  sofort  offenbar  wird,  müssen wir davon ausgehen, daß der Indexer versucht hat, sie möglichst sachgerecht zu überwinden. Er legt also auf die Tatsache Wert, daß es sich um einen Mann handelt, der Brustkrebs hat, indem er dies zum Hauptthema erhebt.  Eine solche  Gewichtung  von Deskriptoren ist also für die Sacherschließung meist bedeutungsvoller als die Syntax.
  4. Da Brustkrebs beim Mann eine andere biologische  Qualität hat als bei der Frau,  kann auch  gerade durch die  Wahl des zunächst unsinnig  erscheinenden Begriffs  mammary neoplasms deutlich gemacht werden, worum es speziell geht.
  5. Da jeder Autor der über einen so seltenen Fall von Brustkrebs bei Männern berichtet,  sich natürlich dessen bewußt  ist, können wir davon ausgehen,  daß er dies  im Titel oder zumindest  im Abstract deutlich macht.  Wir wählen also gezielt die Freitextsuche nach Titeln wie:  Cancer of the male breast, etc. indem wir (neo-plasm* or cancer or carcinogene*) and (mamma* or breast) und (m*n or male) im Titel oder einem Satz im Abstract suchen.
In diesem Beispiel finden wir  auch einige der Gründe,  warum bei ausreichend tiefer Indexierung und bei Freitextübernahme die syntaktische Indexierung im Online-Retrieval  an Bedeutung verliert. In 7000 Online-Recherchen in der UB-Ulm von 1975 bis 1982 war die syntaktische  Indexierung   bei   MEDLARS   zeitweise  sicherlich hilfreich,  wirklich wichtig, und dies zeigten Vergleichsuntersuchungen mit EMBASE, BIOSIS, ChemAbs, u.a. waren sie im allgemeinen nicht. Betrachtet man die heutigen RSWK, so hat man allerdings den  Eindruck,  als wäre von den Entwicklungen  des letzten Viertel Jahrhunderts keine Kenntnis genommen worden.  Daß in absehbarer  Zeit ohne Computer noch professionell Sacherschließung in den  Bibliotheken  betrieben  werden  kann,   das  heißt  hauptsächlich  mit Karteikarten,  bzw.  Computerausdrucken, kann von Fachleuten wohl kaum  angenommen  werden.  Untersucht man die Sacherschließung in
der DB,  so wie sie sich auf der CD-ROM darstellt,  so zeigt eine Stichprobe von
   108    singulären Titeln mit durchschnittlich
     9,69 Worten, daß entsprechend
     1,38 RSWK-Ketten mit je
     2,59 Worten pro Buch vergeben wurden.

Von der Gesamtzahl der Worte im Titel sind etwa 63%  sinntragend.  Eliminiert man  die  Schlagwörter, die als Worte bereits im Titel auftauchen,  bzw.  in den  Kettenwiederho lungen redundant sind, so bleiben noch  48% übrig.

Wir können also davon  ausgehen,  daß neben der 52%igen Redundanz rund die Hälfte der Schlagwörter eine wirkliche Zusatzinformation zum Titel erbringen.  Damit kommen etwa
1,70  einzelne Schlagwörter  auf  ein  Buch.
Die Titel selbst enthalten demgegenüber nochimmer etwa ein  Dreifaches an Information.  Als Beispiel wurde hier das Schlagwort  Evolution gewählt.Wobei hinsichtlich der Redundanz noch zu bemerken ist, daß  59  der 108  Titel  allein  das Wort  Evolution schon im Titel enthalten.   Bei  den  anderen  Titel  kommen  z.B.  Begriffe wie Abstammung  oder   Entwicklung  vor.  Bezüglich  der  "Enge"  der
Schlagwörter ist  für diesen Fall zu sagen, daß in
   31 Schlagwortketten die Bezeichnung "Biologie" und
   18 mal "Mensch" auftaucht. Daneben haben Formschlagwörter wie
Aufsatzsammlung oder Einführung einen etwa
   10%igen Anteil. Da sich Evolution auf Bewußtsein, Denken,  Gesellschaft, Materie, Mensch, Pflanze, Religion, Tier, u.a.m.  beziehen  kann,   ist  eine  nähere  Eingrenzung  meist  notwendig. Schränken wir hier beispielsweise auf Mensch  ein,  so finden wir über die Schlagwörter
   15 Bücher.  Drei  weitere wären unter Hominisation, Menschheit und Menschenbild zu finden.  Daß natürlich etliche der Bücher nur über die Titelstichworte als relevant  erkennbar  sind,  muß wohl kaum erwähnt werden.

Eine zweite Stichprobe zum Titelwort Literaturd* erbrachte
   84 Titel, von denen nur
   18% durch Schlagwortketten erschlossen sind. Schon diese  Tatsache zeigt,  wie gering die Verwendbarkeit der RSWK bei  der  DB
bekanntlich ist. Hier lag die Zahl der durchschnittlich  vergebenen Ketten mit
  1,43 nur um
   4%  höher als in der ersten  Stichprobe.  Dagegen war die Zahl der Worte pro Kette mit
   3,8 erheblich  höher. Nach  Beseitigung  der Redundanz blieben
allerdings auch hier nur etwa
   50%  der Worte erhalten, wenn man das Titelwort Literaturdokumentation mit dem Schlagwort "Bibliographie"  und Literaturdidaktik mit Unterricht übersetzte,  da diese Bezeichnungen meist  zusätzlich  zum Sachschlagwort  vergeben  werden,  ist  die erhöhte Zahl an Worten leicht verständlich.  Wir müssen also zusammenfassend feststellen,  daß die Schlagwörter natürlich eine Hilfe beim thematischen Suchen darstellen, daß sie aber den Recherchierenden in keiner weise davon entbinden, sein gesamtes Freitextrecherche können anzuwenden.  Insgesamt verbessert die Schlagwortgebung mit Hilfe der RSWK die Suchmöglichkeiten pro Buch um etwa
   0,35 Worte.

Da empfiehlt es  sich  neben  Wortstammsuchen  wie  Evoluti* nach Entwicklung*,  Abstammung*, Phylogen*, etc. ebenso zu suchen, wie nach Darwin*  oder Lamarck*. Wenn man sich aber darüber im klaren ist,  stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, sich ganz auf Frei- bzw. Volltextretrieval einzustellen. Dies entbindet Indexer nicht davon beispielsweise in Büchern behandelte Zeiträume, Geographika oder Formschlagwörter explizit zu erfassen.  So zeigt
das Schlagwort Ostalpen,  daß die RSWK hier  Gebiete wie  Säntis, Dolomiten oder ™sterreich mithelfen zuzuordnen.

Ohne  Zweifel können  solche Aufgaben allerdings  auch durch sog. hedges beim Retrieval erleichtert werden.  Der Einsatz von  Rechnern,  sowohl beim Retrieval als auch  bei  der Datenaufbereitung wird z.Z.  von den Erschließungsregeln sicher ungenügend  berücksichtigt.  Man wird auch in Zukunft  immerwieder geordnete Listen von Literaturausdrucken. Entscheidend  ist aber, daß hierfür heute recht leistungsfähige Reportgeneratoren  zur Verfügung stehen, und daß diese Druckausgaben   gegenüber dem direkten Retrieval in den Hintergrund rücken. Auch  hinsichtlich der Verweise von Namen und Körperschaften, ist  nicht einzusehen, warum nicht schlichte, für jedermann benutzbare Dateien, die automatische Translation in Normansetzungen   vornehmen können. Das mehrfache Wiederholen eines Namens,  für  verschiedene Druckausgaben, bis hin zum Verweis von Thompson,  John L.  Cloudsley auf Cloudsley-Thompson, John L.
kann sicher  eleganter und weniger  Personalkostenintensiv gelöst werden. Für das Online-Retrieval ist es schlicht überflüssig.

Es läßt sich leicht zeigen, daß mit heutigen Scannern ganze Sachregister  von  geeigneten  Büchern  in  einer  halben  Stunde  in entsprechende  Datenbanken eingelesen  werden  können.  Auch wenn dies  nur mit einem sehr  begrenzten  Anteil  an  Büchern möglich ist,  und wenn dabei ein Rest an Fehlern auftreten kann,  so darf man die überragenden Verbesserungen einer solchen "Sacherschliessung" gegenüber der RSWK oder etwa der von PRECIS unmöglich übersehen.
 

5. Katalogabbrüche

In  der Bibliotheksgeschichte ist wiederholt  der  Vorschlag  gemacht worden, Kataloge in bestimmten Abständen von mehreren  Jahren abzubrechen.  Und es  wurde wiederholt  an diesen Vorschlägen Kritik  geäußert.  In Wirklichkeit ist  natürlich immerwieder ein Neuanfang bei Katalogen  unausweichlich,  er hat aber  keine Periodizität,  sondern ist fast  immer durch  den  Druck  des  Fortschritts gekennzeichnet.  Ob durch die  Einführung der Schreibmaschine  seit  Harnack,  durch  Vervielfältigungsmaschinen,  durch Elektronenrechner oder auch nur durch den Bezug eines  neuen  Gebäudes,  immer zwangen äußere Einflüsse zu diesem einschneidenden Eingriff.  So  war noch  die Kodierung  der Dezimalklassifikation ein  typisches Kind der  Lochkartenzeit und die  RAK das geistige
Produkt  der Zeit,  in  der  man  mit  Rechnern  sortierte Listen drucken konnte.  Es ist daher erfreulich,  wenn Klaus Franken(15) gerade   in diesem Zusammenhang darauf hinweist, "daß wir uns von der   Denkweise in  Zettel-  und  Listenkatalogen  trenn müssen". Die RSWK folgte diesem  Sog der RAK und erreicht  in  einer  Zeit ihre  Funktionalität,  in der die optischen Speicher  bereits  in die Massenproduktion gehen.

Bei Systemen,  in denen mühelos jeder  Begriff eingeordnet werden kann,  über die Hospitalität,  über komplizierte Kodierungen oder Schlüsselungen zu philosophieren wird  zunehmend anachronistisch. Es  gibt keine Periodizität bei Katalogen,  es  gibt aber Zeichen der Zeit, die nicht ohne wirtschaftliche Einbußen übersehen  werden dürfen. Solange die Einsortierung von Karten in die  diversen Karteikästen einen  unvertretbaren  Personalaufwand  erforderten,
konnte man einem Buch natürlich nicht mehr  als drei Schlagwörter zuordnen,  aber gerade deswegen sind Kataloge dieser  Art professionell  nichtmehr  tragbar  und  werden  seit   Jahren  weltweit zunehmend eingefroren.

Optische Platten stellen heute  ein  Megabyte  für Pfennigbeträge zur  Verfügung,  während  die  Magnetplatten  preislich nochimmer konkurrenzfähig zu bleiben versuchen. Unter diesen Umständen,  zu einem Buch nicht mehr als zwei oder drei  Worte Zusatzinformation anzubieten  und vom Nutzer  zu verlangen,  daß er mehrere Minuten pro Buch, seiner kostbaren Zeit, die täglich teurer wird, vergeudet,  um  festzustellen,  daß auch  dieses Werk für ihn  z.Z. unbrauchbar ist, wird von Tag zu Tag unzumutbarer. Es kann kaum einen Zweifel darüber geben, daß wir hinsichtlich der RAK eine ganz ähnliche  Situation  vorfinden.  Auch  hier  wäre  zu  überlegen, wieweit in absehbarer Zukunft statt der  alten  klassischen  Formalen  Erfassung,  eine  sehr  viel  umfangreichere Dokumentation des Objektes Buch angebracht wäre.

Um manche  Bücher sinnvoll anzuschaffen oder  auszusondern, brauchen wir z.B.  hilfreiche Angaben darüber, wie oft sie bereits in deutschen Bibliotheken stehen, wo sie stehen, wieweit sie genutzt werden,  wieviel Regalplatz sie verbrauchen,  welche Auflagenzahl sie haben,  etc.  Auf diese Weise lassen sich Entscheidungen, die heute meist mehr aus dem Gefühl,  der Erfahrung  und aufgrund von Abschätzungen basieren,  durch sog.  decision support systems unterstützen.  Durch  die wachsende Zahl  an  unterschiedlichen Erscheinungsformen der  gleichen Information,  wird dabei auch eine bessere  Erschließung  notwendig,  um überflüssige Doppelanschaffungen  in  unterschiedlicher Aufbereitung  zu  verhindern. Viele dieser Daten für ein decision support system wären vergleichsweise leicht  verfügbar,  sie müßten lediglich  über ein Verbundnetz wie WIN angeboten werden und dürften nicht  über lange Diskussionen darüber,  nach welchem Regelkatalog man sie erfaßt, verzögert werden. Je nach eingesetzter Software kann die optimale Erfassung stark variieren.  Darum wird es immer wichtiger, mit kleinen Programmen  vorhandene  Datenbestände beim Im-  bzw. Export umzuwandeln. Auch wenn der Anstieg an geforderten Programmierkenntnissen in amerikanischen Bibliotheksschulen, von 9% 1980 auf 17% 1986 im Chi-Quadrat-Test nicht signifikant ist, so signalisiert er zumindest,  daß durch die verbesserten  Nutzerschnittstellen der Computer, Programmierkenntnisse nicht unwichtiger werden(16). Vielmehr wird  durch die  komfortablen  Hilfen  bei  den  neuen Objektorientierten Programmiersprachen  die  Datenmanipulation  auf diesem Wege auch für Bibliothekare und Dokumentare immer einfacher.

Der entscheidende Gedanke ist,  daß sowohl bei RAK  als auch  bei den RSWK eine mehr oder minder unzuverlässige,  weil von  menschlichen Individuen  vorgenommene,  Umsetzung der originalen  Buchvorlage stattfindet.  Durch  diese  mangelhafte Vereinheitlichung kommt es  ebenso wie bei der Indexierung  eines  Oberbegriffs, zu einem Informationsverlust, der nur durch die Aufhäufung der Dokumente   kompensiert wird. Diese Umsetzung soll eine Vereinheitli-
chung in der Ansetzung erreichen,  um gleiche Dokumente in  einem gedruckten Katalog gezielt auffinden zu können.  Wenn wir  allerdings  feststellen,  und hierrüber kann  es  heute keinen Zweifel mehr geben,  daß das gezielte Auffinden von  Dokumenten  über ein zeitgemäßes  Online-Retrieval,  der  Erschließung  der gedruckten RSWK-Ketten weit  überlegen ist,  so  sollte  hier möglichst bald kein Geld mehr vergeudet werden. Bei ständig steigenden Personal-
kosten und rapide fallenden Datenverarbeitungskosten, wird dieses Mißverhältnis von Jahr zu Jahr  eklatanter. Die Datenverarbeitung spart bei ineffektiv und personalintensiv  arbeitenden Bibliotheken  kein  Personal,  sondern Personalkosten und macht  damit Arbeitskräfte mit entsprechenden Kenntnissen  attraktiv - Vorausgesetzt, man läßt sie aktiv werden.

Die Library of Congress setzte für die Anwendung  von PRECIS 1977 Personalkosten in Höhe von etwa 20 - 30 Min. pro Katalogisat (und dies dürfte inetwa vergleichbar sein, mit dem was wir einem Fachreferenten zugestehen müssen)  ein(17). Damit  bleibt es nur eine Frage  der Einschätzung,  von  wann ab wir uns  dieses Preis-Leistungsverhältnis nichtmehr leisten können. Auch wenn Schubert für 1988  die Erschließung  von 89000  Bänden durch  12,25 Referenten
angibt(1),  so ist diese Leistung zwar beeindruckend, nicht aber, wenn man berücksichtigt,  daß hier maximal fünf Themen  pro Dokument erschlossen werden.  Die persönliche  Leistung der Fachreferenten  ist also  durchaus  erwähnenswert,  wie lang sie noch bei diesem mangelhaften  Effekt  bezahlt werden  kann, ist allerdings
fraglich.  Zumindest den  Katalogisierern  sollte  man frühzeitig genug   mitteilen, ab wann diese Sacherschließungsmethode obsolet wird, und sie nicht eines Tages vor vollendete Tatsachen stellen.

Es ist die Aufgabe von Führungskräften zur rechten Zeit zu informieren und zu  handeln,  und nicht auf Biegen  oder  Brechen  bestimmte Verhältnisse  zu  erhalten,  bis aus einer Evolution eine Revolution wird und die menschlichen Härten  unvertretbar anwachsen.  Jede Bibliothek muß daher das Recht besitzen  im geeigneten
Moment  auf das für sie  optimale,  zeitgemäße  und finanzierbare Sacherschließungssystem  überzuwechseln.  Die  Hoffnung  auf eine dauerhafte  einheitliche  Erschließungsmethode  mit langfristiger Zukunftsperspektive, auf der Basis der RSWK, ist im Zeitalter der Informationstechnologie obsolet.

Selbstverständlich kann  man  eine  Revolution  auch herbeireden. Wenn sie aber bereits vor der Tür steht, weil unbemerkt die Stellen aus dem  Bibliotheks-  und  Dokumentationswesen verschwinden, dann trifft dieser Vorwurf nicht die,  die auf sie aufmerksam machen,  sondern eher jene,  die möglichst alles  beim alten lassen
wollen.  Damit sei nichts  gegen eine  gesunde  Tradition gesagt. Nur ein veraltetes Bibliotheks- und Dokumentationswesen vermag im sog. Informationszeitalter zu stagnieren oder sogar Stellenverluste hinzunehmen. In  einem Markt, der so rasch wächst, wächst man mit, oder man sinkt  zur Bedeutungslosigkeit ab. Die Bibliotheken können  es sich nicht leisten Personalmangel  zu  reklamieren und dabei nostalgische Tätigkeiten zu kultivieren. Da der Wettbewerb, durch die   Vereinheitlichung der Katalogisierung, nicht zwischen den  Bibliotheken stattfindet,  sondern zwischen den Bibliotheken und all denen,  die hier  eine  Marktlücke  wittern, fließen seit einigen  Jahren  die Personalstellen oft  unbemerkt in Rechenzentren,  Informations-  und  Kommunikationszentren, Dokumentationszentren  u.a. mehr.
 

6. Sacherschließung für Online-Retrieval-Systeme

Es  gibt  kein einheitliches Sacherschließungssystem  für das Online-Retrieval.  Die Erfahrung zeigt vielmehr, daß je nach Datenbanksoftware,  von dBase, über Heureka, Lidos, Lars, STAR, AskSam oder  HyperCard bis zu  GOLEM,  STAIRS, GRIPS/DIRS, Messenger und all den Anderen, die Sacherschließung z.T. ganz erhebliche Unterschiede aufweisen sollte.

Unser Ziel müßte es daher heute sein, das Buch sowohl als Objekt, als  auch  vom Inhalt  her möglichst originalgetreu,  bis hin zur bildlichen Darstellung zu erschließen,  um dieses dokumentarische Produkt  dann  mit  Hilfe  der  modernen   Datenverarbeitung  den verschiedenen  Wünschen einer Wiederauffindung,  Ordnung  und Reorganisation zugänglich zu machen. Das führt soweit, daß man z.B. Bernd  Maaßen oder Bernd Maassen gezielt suchen  kann,  wenn  man
weiß,  daß er  in der  jeweiligen Quelle so  erscheint. Beim  Retrieval gegebenenfalls ein Maa??en zu suchen  wäre zumindest kaum ein Problem.  Es ist auch nicht uninteressant ob jemand  im Titel "Schlagworte"  oder "Schlagwörter", Unterseeboot, Unterseekreuzer oder U-Boot verwendet, für ein  brauchbares Retrieval ist die Suche nach Schlagw*rt*,  etc.  kein  Hindernis. Daß man daneben als Suchhilfe "Sacherschließung" oder "Kriegsschiffe für Unterwasserfahrten" indext und diese  Bezeichnungen in einem Thesaurus hierarchisch ordnet,  ist eine  reine Frage dessen, wie groß der Aufwand ist und wie oft man mit Anfragen dieser Art rechnet. Die andere Möglichkeit läge darin,  für solche  Anfragen vorgefertigte Recherchestrategien, den  sog. SDIs vergleichbar, anzubieten. Das Online-Retrieval der letzten 15  Jahre hat aber gezeigt, daß solche immer gleichen Anfragen relativ selten sind, und daß sich für eine oft gestellte komplexe Frage meist nach kurzer  Zeit ein eigener Terminus entwickelt.  Der Trend über den Frei- zum Volltext trägt auch der Tatsache Rechnung,  daß es gerade die unvorhersehbaren Fragen sind, die uns am meisten Recherchezeit kosten.

Sogar unter dem  Aspekt  vernetzter  Rechnerkonfiguration  ist es sinnvoll,  den Gedanken einer  vereinheitlichten Sacherschließung über Bord  zu  werfen  und für die verschiedenen  Bedürfnisse der Nutzer unterschiedliche Formen des Informationsangebotes aufzubereiten.  Das kann vom  Touch-Screen mit Icons  über HyperCard bis hin zum IAIMS (Integrated Academic Information Management System) reichen. Dabei hat das IAIMS-Projekt zum Ziel, ein  Terminal, mit
künstlicher Intelligenz auszustatten,  um  gerade  den  Mangel an Vereinheitlichung  in  den  verschiedenen  Datenbanken  über  die intelligente  Schnittstelle  abzufangen.  Ein  Gedanke,  der auch schon beim deutschen BenHur-Projekt anklang,  dort aber leider in seinen Anfängen stecken blieb. Bedenkt man, wie lange es gedauert hat,  ein System wie  die RSWK arbeitsfähig zu machen, so sollten wir in unserer Sacherschließungspolitik in  Zukunft etwas voraus-
schauender sein. Das  heißt nicht, in der nächsten Dekade Systeme für das nächste Jahrtausend  zu entwickeln,  sondern heute das zu tun,  was zeitgemäß und realistisch ist und was morgen verbessert werden kann.

Mit Recht weist  Haller  auf  die  Veränderung  von Fachbegriffen hin,  und auf das Wachstum der Schlagwortnormdatei mit etwa 15.000
Schlagwörtern im Jahr.  Nach Schubert sind es sogar  20.000 Neuansetzungen jährlich(1). Bei einer breiteren Anwendung der RSWK  im deutschen Sprachraum  läge  dieser  Wert  noch  um ein Mehrfaches höher.  Auch hier wissen wir seit längerem aus dem Science  Citation Index, daß wir nicht nur in der Tagespresse sondern auch  in wissenschaftlichen  Publikationen  jährlich  mit  einer  Vielzahl von neuen Begriffen konfrontiert werden, und daß die Hoffnung auf eine klassische Schlagwortnormdatei, im Sinne einer verbindlichen Liste,  eine Utopie ist.  Sie muß permanent auf dem neusten Stand gehalten werden,  und das Bedeutet eine rasche Einarbeitung neuer Bezeichnungen und eine Anpassung der  zunehmend vorhandenen. Auch dazu  eignen sich Informationsverarbeitende Maschinen  über weite Strecken besser, als Regeln, die Menschen vorher auswendig lernen müssen und über  die sich  trefflich  streiten  läßt.  Daß dieser Aufwand  terminologischer  Kontrolle  unterschätzt  wurde, zeigte schon 1987  ein Beitrag  Geißelmanns(18),  auch  wenn  er  zu der Auffassung  kommt,  und dies  ist für  gedruckte  Kataloge sicher richtig,  daß  der Aufwand geleistet werden  muß.  Mußte  es aber nicht zu denken  geben,  wenn in Augsburg in sechs  Jahren 590.000 Korrekturen,  wie Agrarwirtschaft zu Landwirtschaft oder  Tier zu Tiere erfolgten.

Da  zwangsläufig  immer größere Teile der  SWK  Personennamen und Geographica enthalten, und weil mit zunehmender Größe die Überarbeitung der alten Schlagwörter mit ihren z.T. überholten Quellen nachweisen, Chronologischen Formen (s. DDR) Verweisungen, Definitionen (s.  Evolutionsstrategie) immer umfangreicher wird, kann man bei steigenden Personalkosten kaum davon ausgehen,  daß diese Arbeit  auf intellektuellem Niveau  bezahlbar ist.  Die Umkehrung
der Problematik scheint hier  wesentlich sinnvoller zu  sein. Mit einer möglichst umfangreichen und dokumentnahen  Indexierung, die in  einem  Online-Retrieval  zur  Verfügung  steht,  sollten sog. hedges  und Thesauri  bei   zeitgemäßer Unterstützung  mit künstlicher Intelligenz die Recherchearbeiten erleichtern.

Es wird zu prüfen sein, wieweit man die bereits geleistete Arbeit bei der SWD für solche zukünftige  Entwicklungen noch fruchtbringend nutzen kann. Dabei sollte nicht verschwiegen werden, daß man sich natürlich auch bei der Libray of Congress die  gleiche Frage hinsichtlich ihrer Schlagwortliste stellt.  Zumindest war BIBLIOFILE vor sechs Jahren und dann das Angebot der DB auf CD-ROM, ein erfreulicher Schritt nach vorn und schenkte  uns damit  die Hoffnung auf  eine wachsende Einsicht in  diese Informationstechnologie.  Sie zeigte aber auch,  daß es wesentlich einfacher ist eine alte Technologie durch eine neue zu ersetzen, als Langzeitprojekten,  in denen Menschen engagiert tätig sind,  eine neue Richtung zu geben.

Amerikanische  Kollegen  haben 1985  auf Schloß Reisensburg, beim International Symposium   "The Future of  Academic Libraries" der UB Ulm,  deutsche Bibliothekare aufgefordert an einem  neuen Thesaurus der NLM (National  Library of Medicine), dem UMLS (Unified Medical Language  System)  mitzuarbeiten und sind  auf schlichtes Unverständnis gestoßen.  Weil dieses  Erschließungssystem, dessen Aufbau bis in das nächste Jahrtausend dauern wird,  nicht nur für
Literatur und für  Krankenakten gedacht ist, sondern auch für den Einsatz in Wissensbanken. Für Expertensysteme fühlte man sich damals  verständlicherweise hier  nicht zuständig.  Datenbanken von heute bieten nicht nur die gezielte Suche nach bestimmten Fakten, Begriffen  oder Zusammenhängen,  sie  stellen zunehmend Programme und  Funktionen  zur Verfügung,  mit   denen sich  die Inhalte in Relation setzen lassen, Vergleiche gezogen werden können oder die
sogar Schlußfolgerungen anbieten.  In einer solchen Zeit mit großem Aufwand an einem Sacherschließungssystem zu  arbeiten, wie es vor der Entdeckung der Computer angezeigt war,  ist auf die Dauer zu teuer.

Die Bibliothekare können die  Entwicklungen der 4.  und 5. Computergeneration nicht so  achtlos übergehen,  wie sie  es  zur Zeit noch tun. Wenn Maassen(18) zum Engagement der Kollegen aufruft um "die Mängel der RSWK so zu reduzieren,  daß Fachreferenten  aller Fachrichtungen mit diesem Regelwerk leben können"  um "doch  noch ein brauchbares Regelwerk für  das Jahr 2000"  zu schaffen,  dann fragt man sich, ob die Informationsverarbeitenden Systeme  moderner Prägung in den Bibliotheken auf Jahrzehnte  hinaus  ignoriert werden sollen.

Man muß bekanntlich nicht alle Möglichkeiten der  Technik nutzen, man sollte es auch nicht, aber die sozial wirksame Gewalt technischer Möglichkeiten zu unterschätzen,  ist eine Frage der Professionalität und die ist  unter  Beibehaltung  veralteter  Methoden effektiv in Gefahr. Daran kann auch die Ausbildung solange nichts ändern, als sie unter dem Sachzwang steht die reale  Bibliothekslandschaft mit RSWK,  RAK und PI zu berücksichtigen,  während die Problematik der Wissensbanken,  der Expertensysteme,  der automatischen Indexierung, der Bildverarbeitung, etc. virulent wird.
 

Literatur:

  1. Schubert, H.-J.: Die Regeln für den Schlagwortkatalog (RSWK) -  Aufbau und Anwendung. ZfB 104 (12) (1990)  S.545-55
  2. Gödert, W.: Zur semantischen Struktur der Schlagwortnormdatei  (SWD). Ein Beitrag zur Problematik des induktiven Aufbaus kontrollierten Vokabulars.    Libri 40 (3) (1990) S.228-241
  3. Valauskas, E.J.: NeXT and the Library Workstation. OCLC Micro 5 (1) (1989) S.12-14
  4. MOHAWK - Modelling of Human Activities in Work Context'  CEC ESPRIT Basic Research Action 3105, Taxonomy for Analysis of Work Domains. MOHAWK Workshop Liege 15.-16.5.1990 Vol. 1 RISOE National Laboratory Roskilde, Denmark (1990)
  5. Hildreth, C.R.: Intelligent Interfaces and Retrieval Methods.Cataloging Distribution Service, Library of Congress,Washington  (1989)
  6. Haller, K.: Kommunikation, Normung und Kataloge. ZfBB 37 (5) (1990) S.403-421
  7. Wissenschaftsrat: Empfehlungen zur Ausstattung der Hochschulen mit Rechenkapazität Wissenschaftsrat, Köln (1987)
  8. Spark Jones, K.: A Statistical Interpretation of Term Specificity   and its Application in Retrieval. J. of Doc. 28 (1) (1972) S.11-21
  9. Heinrich, G.: Die Entwicklung einheitlicher "Rregeln für den Schlagwortkatalog" (RSWK) und ihr Stellenwert in der verbalen und klassifikatorislchen Sacherschließung. In: Neue Regelwerke zum Schlagwortkatalog. Einführung in RSWK und PRECIS. Kölner Arbeiten zum Bibliotheks- und Dokumentationswesen Heft 6, Greven Verlag Köln S.1-35 (1985)
  10. Gödert, W.: Sachrecherchen im Online-Publikumskatalog Materialien zur Inhaltserschließung; Heft 5, FH Hamburg FB Bibliothekswesen  (1989)
  11. Hildreth, C.R.: Online Public Access Catalogs in: Future of Online Catalogues Eds.: Helal, A.H. und Weiss, J.W. Publications of Essen University Library 8 (1986) S.3-55
  12. Umstätter, W.: Kann die Evolution in die Zukunft sehen? Umschau in Wissenschaft und Technik 81 (17) (1981) S.534-535
  13. Umstätter, W.: Die Wissenschaftlichkeit im Darwinismus. Naturw. Rundsch. 21 (9) (1990) Beil.: Biologie Heute S.4-6
  14. Gull, C.D.: Historical Note: Information Science and Technology: From Coordinate Indexing to the Global Brain. JASIS 38 (5) (1987) S.338-366
  15. Schulz, U.: Was ist sinnvolle Schlagwort-Syntax. Bibliotheksdienst 25 (2) (1991) S.185-195
  16. Franken, K.: Brauchen wir wirklich bei RAK-Online eine Trennung gleichnamiger Autoren? Bibliotheksdienst 24 (49) (1990) S.535-539
  17. Davis, C.H.: Programming Languages Taught in Library Schools, 1980 versus 1986.  J. Educ. Libr. Inf. Sci. 31 (1) (1990) S.25-32
  18. Maaßen, B.: Das PRECIS-Projekt der Deutschen Bibliothek. Neue Regelwerke zum Schlagwortkatalog. Einführung in RSWK und PRECIS. Kölner Arbeiten zum Bibliotheks- und Dokumentationswesen Heft 6, Greven Verlag Köln S.113-151 (1985)
  19. Geißelmann, F.: Kooperative Sacherschließung im bayerischen Bibliotheksverbund. ABI-Technik 7 (2) (1987) S.99-106
  20. Maassen, B.: Inhaltserschließung und Innovationsbereitschaft Mitteilungsblatt NRW 35 (2) (1985) S.147-162

Last update: 24. June 1997 / © by Walther Umstaetter